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Jahrbuch der Heimatgemeinschaft : Durch die Geschichte in Wort und Bild

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Jahrbuch 2015 und die Sonderpublikation der Heimatgemeinschaft wurden im Carls vorgestellt. Die Bücher sind ab sofort im Buchhandel und bei der HG erhältlich.

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2015 | 06:37 Uhr

Eckernförde | „Eines Nachts gegen 23 Uhr wurde ein Einbruch in das Schaufenster des Schuhmachers Neumann in Karby verübt, woraus einige Paar Schuhe gestohlen wurden“, berichtet der Dorfpolizist Paul Raabe, der von 1911 bis 1926 als Gendarmerie-Wachtmeister in Karby tätig war. Seine Erinnerungen an diese Zeit hat Raabe in 39 Seiten Schreibmaschinentext festgehalten – ein Stück Zeitgeschichte aus erster Hand. Einige Auszüge aus Raabes Aufzeichnungen wurden im Jahrbuch 2015 der Heimatgemeinschaft abgedruckt, das am Donnerstagabend in Carls Showpalast vorgestellt wurde. Damit sind sie einer von insgesamt 45 Artikeln in der aktuellen Ausgabe.

Auf über 300 Seiten haben die Redakteure Bärbel Hoffmann, Dr. Heinrich Mehl und Dr. Telse Stoy die Beiträge verschiedener Autoren zusammengetragen. „Die Themen sind vielfältig“, sagt Telse Stoy, Vorsitzende der Heimatgemeinschaft, die zurzeit rund 3100 Mitglieder zählt. Wie gewohnt, ist das Jahrbuch nach den Landschaften Eckernförde, Hütten, Schwansen und Dänischer Wohld gegliedert und um die Kapitel Zeitgeschichte, Natur und Umwelt und Plattdeutsch ergänzt. „Ein Schwerpunkt ist auch in dieser Ausgabe die Zeitgeschichte“, so Stoy. Besonders hervorzuheben seien hier eben die Aufzeichnungen des Dorfpolizisten Paul Raabe sowie der Beitrag Ilse Rathjen-Couscherungs über die Situation von Zwangsarbeitern in Eckernförde 1940 bis 1945 sowie Frauke Mahrt-Thomsens Artikel über das Wiedergutmachungsverfahren eines ehemaligen Häftlings im Konzentrationslager Sachsenhausen.

„Dieses Jahrbuch ist noch tiefgängiger und wissenschaftlicher in den Themen geworden“, bilanziert Redaktionsmitglied Dr. Heinrich Mehl. „Auch haben wir diesmal wieder zwei Artikel, die die Leser vielleicht vor große Fragen stellen werden“, ergänzt Stoy und meint damit zum einen die Ausführungen Hans Heinrich Janssens über Bildsteine in der Westwand der St.-Nicolai-Kirche. Janssen behauptet, dass es sich bei den Findlingsquadern im Mauerwerk der Kirche um Bildsteine handelt, die in verschiedenen Modifikationen Kreuze zeigen. „Das könnte der Beginn einer Forschung sein“, sagt Stoy. Zum anderen nennt sie Olaf Söths Artikel über Archäo-Radiästhesie-Untersuchung – eine Methode mit der veränderte Bodenstrukturen erfasst werden können, indem versucht wird, magnetische Anomalien ausfindig zu machen. Söth hat auf diese Weise den Osterwall und alte Hauptwege in Kochendorf untersucht. So umstritten die Methode sein mag, „seine Schlussfolgerungen sind plausibel“, attestiert Stoy,

Bei der Auswahl der Artikel, die ihren Weg ins Jahrbuch gefunden haben, geht die dreiköpfige Redaktion sorgfältig vor: Zunächst werden alle Beiträge gesammelt, dann eine Auswahl getroffen, die nach Möglichkeit ausgewogenen zwischen den Landschaften ist. „Ein Gros der Beiträge, die eingereicht worden sind, wurden auch abgedruckt“, sagt Stoy. Doch auch in diesem Jahr mussten einige aus Platzgründen abgelehnt werden. An Autoren mangelt es der Heimatgemeinschaft demnach nicht. 48 sind es in der diesjährigen 3000 auflagenstarken Ausgabe. „Jedes Jahr sagen wir, dass es nicht schlimm ist, wenn das Buch mal dünner wird. Doch dann wird es wieder immer dicker“, so Stoy.

In diesem Jahr erscheint zusammen mit dem Jahrbuch auch die Sonderpublikation „Fremd im Kreis Eckernförde – Aufnahme und Neuanfang von Flüchtlingen nach 1945“. „Das Thema hatten wir uns schon lange vorgenommen. 70 Jahre nach Kriegsende erschien uns nun der richtige Zeitpunkt“, erklärt Stoy. Das Buch basiert im Wesentlichen auf dem Beitrag Kim Christin Ahlswes, die ihre Bachelor-Arbeit an der Universität Kiel darüber geschrieben hat, sowie Zeitzeugenberichten. Dass dieses Thema heute aktueller denn je ist, liegt auf der Hand: „Vieles, was in dem Buch zu lesen ist, ähnelt den heutigen Schlagzeilen“, so Stoy.

> Das Jahrbuch und die Sonderpublikation der Heimatgemeinschaft können für 18 Euro bzw. 6,50 Euro im Buchhandel sowie bei der Heimatgemeinschaft, Carlshöhe 44, erworben werden. Mitglieder zahlen für die Sonderpublikation 5 Euro.

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