Duales System als Exportschlager

Deutsch-chinesische Gespräche: BBZ-Leiter Bernt Wellhausen (r.) mit Xia Shu Qing (2. v. r.) und Dr. med. Lin Guo Zhang (l.) als Vertreter des College in Kanton sowie Unternehmensinhaber Li Ze Yu (2. v. l.) und dem deutschen Geschäftsmann aus Shanghai, der namentlich nicht genannt werden möchte.
Deutsch-chinesische Gespräche: BBZ-Leiter Bernt Wellhausen (r.) mit Xia Shu Qing (2. v. r.) und Dr. med. Lin Guo Zhang (l.) als Vertreter des College in Kanton sowie Unternehmensinhaber Li Ze Yu (2. v. l.) und dem deutschen Geschäftsmann aus Shanghai, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Berufsbildungszentrum (BBZ) Eckernförde bahnt Kooperation mit College und Unternehmen aus Kanton in China an

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07. Mai 2015, 06:34 Uhr

Der Baltic Sea International Campus (BSIC) pflegt seit Jahren die deutsch-chinesischen Beziehungen auf vielfältige Weise. Seit neuestem ist auch das Berufsbildungszentrum (BBZ) in Eckernförde dabei, seine Fühler ins Reich der Mitte auszustrecken – und umgekehrt. Denn gerade das System der dualen Ausbildung in Deutschland wird international sehr beachtet und ist auch in China auf großes Interesse gestoßen. Auf Vermittlung eines aus Neumünster stammenden Geschäftsmannes, der seit 20 Jahren in China lebt und arbeitet, sich bei diesem Thema ehrenamtlich engagiert und namentlich nicht genannt werden möchte, bahnt sich eventuell eine Zusammenarbeit zwischen dem BBZ Eckernförde und dem privat geführten Hua Lian College für Technik und Soziales sowie der Guangzhou Bimo Trading Company an. BBZ-Chef Bernt Wellhausen empfing gestern die dreiköpfige Delegation aus der 8-Millionen-Stadt Guangzhou, in Deutschland besser bekannt als Kanton. Zu Gast waren neben dem in Shanghai lebenden deutschen Geschäftsmann Xia Shu Qing und Dr. med. Lin Guo Zhang als Vertreter des College sowie Unternehmensinhaber Li Ze Yu.

Ziel der ersten Gespräche vorgestern in Neumünster und gestern in Eckernförde war ein Austausch über die beiderseitigen Interessen, die Wellhausen vor allem im Bereich der dualen Ausbildung sieht. Er könnte sich beispielsweise einen Austausch von Lehrern, Schülern und Auszubildenden vorstellen. Der „Feinschliff“ sollte dabei in Eckernförde erfolgen, um den Chinesen den hohen Praxisanteil in der Ausbildung zu vermitteln, der das duale System besonders auszeichnet. Geplant sind zunächst die Abgabe einer beiderseitigen Absichtserklärung (Letter of Intent). Ziel sei die gemeinsame Entwicklung eines Konzepts in Sachen Ausbildungsqualität, um junge Chinesen in die Lage zu versetzen, sich in Deutschland, dem Land mit dem Fachkräftemangel, zu Fachkräften ausbilden zu lassen. Dazu müssten verschiedene Institutionen wie das Ministerium, IHK oder Handwerkskammer mit ins Boot.

Nach Auskunft des deutschen Geschäftsmannes aus Shanghai verlassen jährlich sieben Millionen Chinesen die Universitäten. „Das obere Drittel“ sei gleich beruflich verwendungsfähig, zwei Drittel allerdings hätten dringenden Ausbildungsbedarf, um beispielsweise in der deutschen Wirtschaft als Facharbeiter Fuß zu fassen. Studiert werde in China deshlab so häufig, weil andere berufliche Alternativen fehlten, sagte der Geschäftsmann.

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