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Drohnen über der Stadt: Kein Grund zur Besorgnis

vom

Wie man schnell und flächendeckend Daten sammeln und Verbrechen unschädlich machen kann

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Eckernförde | Die USA haben ja so recht, endlich einmal mit der ewigen Geheimniskrämerei aufzuräumen: Was ich denke, sage, schreibe, das geht niemanden etwas an? - Nein, solch arrogantes Freiheitsgetue ist heute überholt. Es geht darum, Terroristen zu fangen, und dies fällt am leichtesten, wenn wir alle Bürger unseres Landes rund um die Uhr beobachten. Wer nichts Böses tut, braucht ja keine Angst vor Kamera und Mikrofon, Drohne und Wanze zu haben. Wer aber einen Feuerüberfall auf das Altersheim in Haby oder einen Amoklauf quer durch den Freizeitpark Eekholt plant, muss schon beim Aufschlagen eines Stadtplanes ertappt werden. Nur durch konsequentes Belauschen ergeben sich solch große Erfolge wie die rechtzeitige Aufdeckung der NSU-Mörder.

Und dann dieses Getue mit Anklage und Verteidigung und Verhandlung und Prozess. Das kostet Zeit und vor allem Geld, dass wir dringend für den weiteren Ausbau des Geheimdienstes brauchen. Es ist klüger, eine Art Guantanamo auch in Deutschland aufzubauen, ein großes Gefangenenlager, in die man alle Verdächtigen einsperrt, und dies so lange, wie es Terroristen gibt. Gerichte kann man sich ersparen - irgendwie sind wir doch alle schuld. Als Namen schlage ich "Guantanaknast" vor. Solch eine demokratische Einrichtung muss nicht in Deutschland liegen, wir könnten auch die Standorte Kanarische Inseln, die Balearen (Ballermann) oder Hurtigroute wählen.

Aber auch Inhaftierung, vor allem Jahrzehnte dauernde, kostet viel Geld. Preiswerter ist rechtzeitige Eliminierung durch Drohnen. Die kleinen Beobachter am Himmel könnten flächendeckend eingesetzt werden, und wer immer etwas Verdächtiges anstellt, wird erst gefilmt und dann auf Knopfdruck in die Luft gesprengt. Solches Verfahren verhindert, dass Polizisten lebenslange Traumata durchleiden müssen, weil sie befehlsgemäß mit dem Maschinengewehr auf potentielle Terroristen geschossen haben. Drohnen sind also auch sozialer, wenn auch Kollateralschäden nicht ganz auszuschließen sind. Sollte aber ein (angeblich) unschuldiges Kind eliminiert werden, dann ist es eben zu schnell um die Ecke gelaufen. Löscht eine Rakete einen harmlosen Pensionär aus, dann hat er leichtsinnigerweise einen Cowboy-Hut getragen wie Osama-Bin-Laden.

Diskutiert werden muss noch, ob die Leistungen der Drohnen ins Netz gestellt werden sollten. Optisch ist dies so attraktiv, dass man damit auch Werbung verbinden könnte. Die wiederum würde Finanzmittel für die technische Verbesserung der Drohnen erbringen. Denn den ungehinderten Einflug von beobachtenden und Explosion auslösenden Drohnen in Küche und Schlafzimmer hat die Forschung bisher noch nicht ganz gelöst.

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