Dringend gesucht: Platz für Asylbewerber

Amtsdirektor Andreas Betz mit dem Masterplan: Auf 90 Seiten stellen 16 Gemeinden  ihre Zukunftsstrategie vor.
Amtsdirektor Andreas Betz mit dem Masterplan: Auf 90 Seiten stellen 16 Gemeinden ihre Zukunftsstrategie vor.

Amt sucht Hilfe in Rendsburg und Eckernförde

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06. März 2014, 14:19 Uhr

Die Problematik ist dringend und trifft auch das Amt Hüttener Berge: Überall im Land nimmt die Zahl der Asylbewerber zu, die dann auf Landes- und Kreisebene verteilt werden. „Wenn die Zuweisung durch die Kreisverwaltung erfolgt, müssen die Asylbewerber innerhalb von sieben Tagen untergebracht sein“, erklärte Amtsdirektor Andreas Betz in der Sitzung des Hauptausschusses im Damendorfer Dörpshus.

Für das Amt Hüttener Berge ist das ein echtes Problem – 24 Flüchtlinge sind in diesem Jahr aufzunehmen. Nur für drei von ihnen ist noch eine Wohnung in Owschlag frei. „Wie sollen wir die anderen 21 Asylbewerber unterbringen?“, fragte Betz. Da die Asylbewerber-Unterkunft in Owschlag jetzt mit 25 Menschen komplett belegt ist, wird nach neuen Möglichkeiten der Unterbringung gesucht. Ein Aufruf an die Bürger, Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ist bereits geschehen.

Geht es nach den Mitgliedern des Hauptausschusses, dann soll das Amt aus der Not heraus aber noch ganz neue Wege in Sachen Wohnraumbeschaffung gehen. Der Damendorfer Bürgermeister Hans Ulrich und die Sehestedter Bürgermeisterin Rita Koop brachten den Gedanken ein, die Städte Rendsburg und Eckernförde zu kontaktieren. „In Rendsburg gibt es zahlreiche leerstehende Wohnungen in ehemaligen Kasernen“, so Ulrich. Amtsvorsteher Gero Neidlinger unterstützte die Idee: „Warum soll man nicht diesen Wohnraum mieten und die Asylbewerber dort unterbringen?“ Zudem bringe das Wohnen auf dem Lande für diese Menschen angesichts eines fehlenden flächendeckenden öffentlichen Personen-Nahverkehrs, mangelnder Einkaufsmöglichkeiten und eines dünnen Ärztenetzes Schwierigkeiten mit sich. Die gewünschte Willkommenskultur sehe anders aus.

Das Amt wurde beauftragt, in Rendsburg und Eckernförde zwecks interkommunaler Zusammenarbeit hinsichtlich der Unterbringung von Asylbewerbern vorstellig zu werden. Außerdem empfahl der Hauptausschuss, zusätzlich zu den bisher bereitgestellten 5000 Euro weitere 25 000 Euro für die Anmietung von Wohnraum zu bewilligen.

Um eine längerfristige Lösung zu schaffen, soll der Ankauf einer geeigneten Immobilie geprüft werden.

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