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Dresdner Kapell-Solisten: Soli und Orchestermusik auf hohem Niveau

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das erste Konzert der Saison 2013/2014, zu dem die Konzertreihe Eckernförde eingeladen hatte, stand unter einem glücklichen Stern. Es stimmte einfach alles: die Konstellation der Musiker, die Auswahl der Stücke, die voll besetzte Stadthalle in gelöster, heiterer Stimmung, und vor allem die Qualität der dargebotenen Musik, die sich auf höchstem Niveau bewegte. Zu Gast waren die Dresdner Kapell-Solisten, die bereits mehrfach in Eckernförde aufgetreten sind. Ihre Stärke liegt darin, immer wieder in neuen Kombinationen zu musizieren. Dass der Kontrabassist Helmut Branny die Leitung hat, ist unbestritten; ebenfalls sind Susanne Branny an der Violine und Matthias Schmutzler an der Trompete gern gesehene und gehörte Gäste in Eckernförde. Hier traten zu dem Kammer-Orchester Winfried Apel (Klavier) und Andreas Lorenz (Oboe) hinzu. In dieser Zusammenstellung musizierten die Künstler vier Werke aus der Barockzeit, der Klassik und der Romantik.

Das Konzert, bei dem die Musiker – außer den Cellisten und dem Paukisten – nach alter Weise im Stehen spielten, begann mit der Ouvertüre zur Oper „Gustav Wasa“ von dem Deutsch–Schweden Johann Gottlieb Naumann (1741-1801). Die Musiker spielten sehr engagiert, in differenzierter Tonfarbe und Dynamik. Eine Sonate für Trompete, Oboe und basso continuo von Godfrey Finger (1660–1723) bot dem Trompeter Mathias Schmutzler und dem Oboisten Andreas Lorenz Gelegenheit, ihr Können und ihre hohe Musikalität zu beweisen. Beide Solisten spielten ausgezeichnet im Wechsel der Melodie und in der Tongebung. Sie wurden bestens gestützt durch den „basso continuo“, bestehend aus Cello, Kontrabass und Cembalo.

Hauptwerk war das Konzert für Violine, Klavier und Orchester von Felix Mendelssohn–Bartholdy (1809-1847), ein Jugendwerk, das der Komponist im Alter von 14 Jahren geschrieben hat. Nach der Orchestereinleitung zeigten das Klavier (Winfried Apel) und die Violine (Susanne Branny) eine sehr gute Kongruenz. Der wunderschöne Geigenton wurde vom Klavier zart und einfühlsam ergänzt. Das forsche Tempo der beiden Solisten war bestens mit dem Orchester abgestimmt. Die Kadenz der Geige wurde vom Tremolo des Klaviers begleitet. Man erlebte die Melodienseligkeit, die die späteren Werke Mendelssohns auszeichnet. Im zweiten Satz hörte man schwelgende Klänge im Orchester, die sich in den beiden Soloinstrumenten fortsetzten. Der Pianist bewies eine schlafwandlerische Treffsicherheit. Im dritten Satz Allegro molto gab es sehr bewegte Passagen. Virtuosität zeigte sich ebenfalls in den ruhigen Passagen, die voll ausgekostet wurden. Helmut Branny dirigierte wie immer ohne Stab und konnte sich ganz auf seine „sprechenden Hände“ verlassen. Es gab rauschenden, minutenlangen Beifall für diese kolossale Leistung, der zur Wiederholung der Coda des dritten Satzes führte.

Schlusswerk war die Jupiter-Sinfonie, die Sinfonie Nr. 41 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791). Das Orchester zeigte ein exaktes Zusammenspiel und doch eine angenehme Geschmeidigkeit in der Darbietung. Man spürte, dass jedes Instrument mit einem hochkarätigen Künstler besetzt war. So schön und vollendet hat man diese Symphonie wohl kaum einmal gehört. Das Kammer-Orchester braucht sich nicht hinter einem großen Sinfonieorchester zu verstecken! Im Andante cantabile erlebte man singende Geigen, ausgewogen und ebenmäßig, vollkommen in der Darbietung. Im Menuett gab es sehr gute Kontraste, das führte zu einer einzigartigen Farbigkeit des Klanges. Das Finale war klar in der Diktion, deutlich abgesetzt und trotzdem wie aus einem Guss. Diese Wiedergabe war krönender Abschluss des Konzertes.



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erstellt am 21.Sep.2013 | 00:36 Uhr

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