Millionenprojekt : Drei Skizzen, ein Sportzentrum

Einen  Sport- und Bewegungspark haben Siller Landschaftsarchitekten und AX5 Architekten Kiel entworfen.
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Einen Sport- und Bewegungspark haben Siller Landschaftsarchitekten und AX5 Architekten Kiel entworfen.

Architekten stellen Entwürfe für Sportpark in Gettorf vor / Entscheidung vertagt

shz.de von
21. März 2014, 06:00 Uhr

Noch ist nichts beschlossen: Eigentlich wollte sich die Gemeindevertretung am Mittwoch für ein Architektenkonsortium entscheiden, das die Planungen der neuen Sportanlagen am Schulzentrum übernehmen soll. Doch angesichts der großen Tragweite der Entscheidung, bat sich Bürgermeister Jürgen Baasch weitere Bedenkzeit für die Gemeinde aus. „Das Thema ist uns zu wichtig“, sagte er.

Drei vorab ausgewählte Architektengemeinschaften stellten ihre anhand der Vorgaben entwickelten Gestaltungskonzepte zur Umsetzung des Sportentwicklungsplans vor. Der Entwurf von Siller Landschaftsarchitekten und AX5 Architekten Kiel, die auf zahlreiche Referenzobjekte verwiesen, sieht das neue Sportzentrum als Sport- und Bewegungspark. Alle Freisportanlagen sind in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Die direkt an den Parkplätzen liegende Multifunktionsfläche kann als Rollschnelllaufbahn, Inlinehockey- oder Basketballfeld, im Winter als Eisfläche und bei größeren Veranstaltungen als Bedarfsparkplatz genutzt werden. Zentral und als Schnittstelle sind einzelne Baukörper entlang der Nord- und Westseite des Multifunktionsplatzes angeordnet für Umkleiden, Räume für Fitnessangebote, Verwaltung und Gastronomie. Auf der anderen Seite liegen Kunst- und Naturrasenplatz. Rund um das Gelände mit weiteren Spiel-, Bewegungs- und Beachvolleyballfeldern verläuft eine Finnlaufbahn. Es gibt 262 Parkplätze, die Kosten lägen bei rund 4,7 Millionen Euro.

Die Planungsgruppe B2K Architekten und Franke Landschaften und Objekte Kiel nennt ihren Entwurf „Sportzentrum der kurzen Wege“. Die beiden Gebäude mit Umkleidekabinen, Gastronomie mit Außenterrasse und Fitnessbereich liegen direkt an der Schule. Das Multifunktionsfeld befindet sich im Norden neben dem Hauptplatz mit Tribüne. Kunstrasen-, Naturrasen- und Kleinfeldplatz liegen durch ein Beachvolleyballfeld getrennt davon im Süden. Der Schulwald mitten drin wird durch einen Pfad erschlossen. Das gesamte Areal ist von einem dichten Grüngürtel umgeben. Es gibt 250 Parkplätze, die Kosten lägen bei rund 4,4 Millionen Euro.

Die Büros eds-planung aus Gettorf, Landschaftsarchitekt Johannes Kahl Rendsburg und Schmidt + Bremer Architekten Eckernförde verbinden in ihrem Entwurf „Sportforum Gettorf“ Spiele, Fitness und Kommunikation. Eine so genannte Aktiv-Achse dient hier leicht erhöht mit Bäumen zwischen den Feldern als Rückgrat zur zentralen Erschließung. Der vorhandene Sportplatz wird mit überdachter Tribüne als Stadion aufgewertet. Der Multifunktionsplatz liegt daneben, die Natur- und Kunstrasenplätze im Süden. Das Gebäude ist als Herzstück der Anlage mit zwei Ebenen konzipiert. Die Gastronomie oben als leichte Glaskonstruktion mit großer Außenterrasse, schwebendem Pultdach und Solarpaneelen, darunter Umkleiden und weitere Räume in Massivbauweise. Es gibt 306 Parkplätze, die Kosten werden auf 3,7 Millionen Euro geschätzt. Eine neue Sporthalle könnte an alter Stelle oder mit gemeinsamer Tribüne an die alte Halle angebaut werden – zusätzliche Kosten: 3,3 Millionen Euro.

Den beiden großen Sportvereine GTV und GSC, die die Anlage nutzen werden, waren die Entwürfe bereits zugegangen. Der GTV-Vorsitzende Gunnar Buchheim und GTV-Geschäftsführer Thomas Glüsing sprachen sich für den Entwurf der Büros eds-planung, Johannes Kahl und Schmidt + Bremer aus. „Sie haben das beste Hallensanierungskonzept, und der Entwurf enthält einen Projektstrukturplan“, begründete Glüsing die Entscheidung. Der Vorsitzende des GSC Hans-Dieter Paasch und sein Stellvertreter Hans-Joachim Gravert hielten alle Entwürfe für interessant, favorisierten jedoch den Entwurf der Architekten B2K und Franke Landschaften und Objekte. „Es ist die kompakteste Anlage und die Anordnung der Sportplätze ist dort ideal für uns“, erklärten sie.

Bevor die Entscheidung für eines der Architektenkonsortien fällt, sollen die Entwürfe erneut in dem bereits bestehenden Lenkungsgremium mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und den Sportvereinen beraten werden. Bürgermeister Jürgen Baasch sagte eine Entscheidung noch vor der Sommerpause zu.

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