Altenholz : Drei-Königs-Essen mit kritischen Tönen

Mit FDP-Schirm und roter Krawatte: Ursula Bethke (FDP) und Dr. Schmidt-Elsaeßer (SPD).
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Mit FDP-Schirm und roter Krawatte: Ursula Bethke (FDP) und Dr. Schmidt-Elsaeßer (SPD).

Mit Staatssekretär im Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer als Gastredner sorgte dieFDP Altenholz für einen vollen Saal

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08. Januar 2015, 06:04 Uhr

2013 und 2014 musste die FDP einiges verkraften: Erstmals in ihrer Geschichte schied die Partei bei der Bundestagswahl aus dem Deutschen Bundestag aus. Bei den nachfolgenden Landtagswahlen setzte sich der Abstieg der Liberalen fort. Als Konsequenz dieser politischen Niederlage trat der gesamte Parteivorstand zurück, Christian Lindner ersetzte Philipp Rösler als Parteivorsitzender. Im Zuge des alljährlichen Dreikönigstreffens der FDP in Stuttgart wurde der Kurs der sich nun neu definierenden Partei für das Jahr 2015 besprochen. Auch der Ortsverband Altenholz ließ sich sein traditionelles Dreikönigs-Essen nicht verleiden.

Mit Staatssekretär im Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer als Gastredner sorgte die Ortsverbandsvorsitzende Ursula Bethke für einen vollen Saal im Gemeindezentrum Altenholz. Zu der Traditionsveranstaltung begrüßte sie unter den Gästen Bürgermeister Carlo Ehrich und Bürgervorsteher Wolfgang Weiß, Mitglieder der Gemeindevertretung wie die Fraktionsvorsitzenden Jürgen Schlüter (CDU) und Dieter Jessen (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Kreispräsident Lutz Clefsen.

Unter dem Motto „Mit oder ohne Gottesbezug – Gutes Regieren für Schleswig-Holstein“ referierte Schmidt-Elsaeßer über aktuelle politische Debatten – darunter der Gottesbezug in der Verfassung, das Denkmalschutzgesetz, die Theaterlandschaft in Schleswig-Holstein und das neue Landesstrafvollzugsgesetz. Kritische Töne äußerte Schmidt-Elsaeßer außerdem in Bezug auf die Äußerung Wolfgang Kubickis, ein gewisses Verständnis für die Pegida aufbringen zu können. Mehrere Male erntete Schmidt-Elsaeßer für seine Ausführungen Applaus aus den liberalen Reihen, neben aller Ernsthaftigkeit sorgte der bekennende Sozialdemokrat aber auch mit kleinen Späßen für herzhaftes Lachen im Publikum: „Eine Mohnblume am Rande eines Feldes wogender Roggenähren weckt die Erinnerung an das romantisch-verklärte Bild von den guten alten Zeiten in der Landwirtschaft. Dabei ist der weitere Ablauf seit Jahrhunderten der Gleiche: Der reife, gelbe Roggen wird geerntet und als Schwarzbrot verzehrt. Die roten Mohnblumen hingegen bleiben stehen und erfreuen weiterhin das Auge des Betrachters.“

Im Anschluss griff Ursula Bethke die Kritik Schmidt-Elsaeßers an der Position der FDP zu Pegida auf: „Da sind sie ein wenig harsch mit uns umgegangen. Das ist noch keine FDP-Meinung, Christian Lindner hat sich da klar positioniert, und ich denke, die meisten von uns teilen seine Ansicht.“ Mit einer Flasche Wein bedankte sich die Ortsverbandsvorsitzende bei Schmidt-Elsaeßer, bevor das Dreikönigs-Essen serviert wurde.

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