Schöffengericht Eckernförde : Drei Jahre Freiheitsstrafe für Brandstifter

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Ein 24-Jähriger hat einen Dieseltank beim Hagebaumarkt in Eckernförde und Gartenlauben in Windeby in Brand gesteckt.

Arne_Peters-8499.jpg von
13. Februar 2020, 19:49 Uhr

Eckernförde | Wegen Brandstiftung ist ein 24 Jahre alter Eckernförder am Schöffengericht Eckernförde zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden – ohne Bewährung. Der Angeklagte hatte in der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2017 auf dem Gelände des Hagebaumarkts mit einem Bekannten gemeinsam zunächst ein Feuer unter dem Tank eines Lastwagens entfacht und hinterher einen 40.000-Liter-Dieseltank in Brand gesteckt. Der Bekannte wurde deshalb schon in einem gesonderten Gerichtsverfahren nach Jugendstrafrecht verurteilt.

Der junge Mann gestand die Taten, die er unter Alkoholeinfluss begangen hatte. Allerdings gab er nicht zu, für ein weiteres Feuer in der selben Nacht in Windeby verantwortlich zu sein. Dort brannte die Gartenlaube seiner Nachbarin ab, das Feuer griff auf die Laube seiner Eltern über, bei denen er zu diesem Zeitpunkt wohnte. Auch sie brannte nieder. Richter und Schöffen sahen es als sehr unwahrscheinlich an, dass ein zweiter Brandstifter in dieser Nacht unterwegs war, der ausgerechnet vor der Haustür des Angeklagten ein Feuer legte.

Ein Motiv für die Brandstiftung könnte verschmähte Liebe gewesen sein. Der Angeklagte gab an, in den Monaten vor dem Brand ein intimes Verhältnis zur Nachbarin gehabt zu haben. Dem widersprach die Nachbarin entschieden.

Viel Zeit brachte das Gericht auf, um zu klären, inwiefern der Angeklagte in der Tatnacht schuldfähig war, da er Anzeichen einer Psychose aufwies. Diese hat sich laut Überzeugung des Gerichts aber nicht mit Sicherheit schon zur Tatzeit ausgebildet. Erst über 600 SMS-Nachrichten mit wirrem Inhalt, die er seiner Nachbarin ein bis zwei Jahre später geschickt hatte, wiesen eindeutig auf seinen geistigen Zustand hin – ebenso Facebook-Posts mit Verschwörungstheorien.

Allerdings fand seine damalige Alkoholabhängigkeit Berücksichtigung, und auch die neun Monate in Untersuchungshaft werden ihm angerechnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sollte der 24-Jährige in Berufung gehen, wird sich das Landgericht mit dem Fall beschäftigen. Das könnte auch die Einweisung in eine Psychiatrie veranlassen, wenn es zu einem anderen Urteil kommen sollte.

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