104 Jahre alt : Dorothea Brandt ist die älteste Einwohnerin Eckernfördes

Dorothea Brandt  fühlt sich im  Seniorenhaus wohl und  erhält regelmäßig Besuch von Tochter  Gerdi Peters und Schwiegersohn Godber Peters.
Dorothea Brandt fühlt sich im Seniorenhaus wohl und erhält regelmäßig Besuch von Tochter Gerdi Peters und Schwiegersohn Godber Peters.

Sie ist 104 Jahre alt, und trotz ihres hohen Alters erfreut sich die gebürtige Dithmarscherin guter Gesundheit im Imland-Seniorenhaus. Geistig fit hält sie sich mit Gesellschaftsspielen.

shz.de von
17. Juni 2014, 06:15 Uhr

Gesellschaftspiele spielen, wie Mühle oder Mensch ärgere dich nicht, gehört immer noch zu den Lieblingsbeschäftigungen von Dorothea Brandt. So habe sie noch vor wenigen Tagen ihren 20 Jahre jüngeren Mitbewohner geschlagen, erzählt ihre Tochter Gerdi Peters (76). Keine Selbstverständlichkeit angesichts ihres Alters – Dorothea Brandt ist nicht nur im Seniorenhaus die älteste Einwohnerin, sondern auch die älteste Mitbürgerin der Stadt Eckernförde. Am Sonnabend feierte die Jubilarin im Kreise ihrer Familie ihren 104. Geburtstag.

Dorothea Brandt hat als Kind noch die Kaiserzeit und den Ersten Weltkrieg miterlebt. Sie war 22 Jahre alt, als die Nationalsozialisten das Dritte Reich gründeten und 29 Jahre, als der Zweite Weltkrieg begann.

Ihre Mutter habe immer 100 Jahre alt werden wollen, berichtet Tochter Gerdi. Dieser Willensstärke ist es auch zu verdanken, dass die Jubilarin erst mit 91 Jahren nach einem Oberschenkelhalsbruch in das Seniorenhaus in die Schleswiger Straße zog, wo sie seit November 2001 lebt. Bis dahin wohnte sie 20 Jahre allein in ihrer Wohnung am Jungfernstieg, nachdem ihr zweiter Mann gestorben war.

Die Liebe zur Natur hat die gebürtige Dithmarscherin, die am 14. Juni 1910 als eines von neun Kindern in Elpersbütteler Deich bei Meldorf geboren wurde, mit ins Ostseebad Eckernförde genommen, an dessen Promenade sie jeden Tag und bei jedem Wetter einen Fußmarsch bis zur Seelustbrücke zurücklegte.

Bis 1947 bewirtschaftete die Jubilarin mit ihrem ersten Mann einen Bauernhof in Österdeichstrich bei Büsum, bevor sie mit ihrem zweiten Mann nach Eckernförde zog.

Einen Geheimtipp fürs Älterwerden habe ihre Mutter nicht, so Gerdi Peters. Außer der vielen Arbeit habe sie sich ganz normal ernährt und gelebt. Drei Kinder hat sie groß gezogen. Zum Kreis der Familie zählen sechs Enkel und vier Urenkel.

Fernsehen oder Radio hören war nie die Sache von Dorothea Brandt. Sie habe in ihrer Freizeit gern gelesen und Teppiche geknüpft, erinnert sich Tochter Gerdi. Ein Rollstuhl sorgt jetzt für die fehlende Mobilität. Außer den altersbedingten Zipperlein gehe es seiner Schwiegermutter, die sich im Seniorenhaus wohl fühle, verhältnismäßig gut, sagt Godber Peters (80).

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