Chronik : Dorfchroniker schon fast am Ziel

Am Neubau der Karbyer Schule wird 1912 Richtfest gefeiert. Der Bau entstand an gleicher Stelle, wo die Schule von 1770 stand.
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Am Neubau der Karbyer Schule wird 1912 Richtfest gefeiert. Der Bau entstand an gleicher Stelle, wo die Schule von 1770 stand.

Chronik-Arbeitsgruppe stellt Arbeiten zur Karbyer Chronik vor / Veröffentlichung im Herbst möglich

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24. März 2017, 06:17 Uhr

Karby | Ein rundes Jubiläum liegt in Karby nicht an. Und doch dürfte die Freude groß sein, dass nach über zwei Jahren Schreibarbeit und fast 30 Jahren Sammlung von Daten, im 739. Jahr der Gemeinde eine Dorfchronik für Karby fast fertig ist. Das Chronikteam um Thomas Becker, Peter Hansen, Hans Uwe Sorgenfrei und Sylvia Palenczat hoffen ihr Werk im Herbst druckfrisch in Händen zu halten.

In dieser Woche stellten sie im Sozialausschuss das Gerüst der Chronik vor. Unter dem Strich hat das Team rund 380 Seiten Texte und etwa die gleiche Anzahl Seiten mit Fotos und Abbildungen zusammengetragen Sie rechnen mit rund 700 Seiten. „Es soll ein buntes Buch mit Text und Bildern werden, in dem jeder Karbyer und ehemaliger Karbyer gerne blättern und sich dabei erinnern wird, ´ja so war es´“, sagt Becker. Offen ist noch, wie, und ob die Gemeinde die Erstellung der Chronik unterstützt. Hierzu hatte der Sozialausschuss bei seiner Sitzung noch keine Empfehlung abgegeben. Das Chronikteam favorisiert ein Buch in Anlehnung an die Chronik der Gemeinde Windeby.

In Karby gibt es rund 280 Haushalte. Hinzu kommen viele ehemalige Bürger und verzogene Familienangehörige. Die Fachleute empfahlen ihnen 400 Exemplare herzustellen. Die Windebyer Variante würde bei 400 Exemplaren 14  000 Euro kosten, die die Gemeinde vorfinanzieren müsste. Durch den Verkauf, derzeit wird mit 29 Euro je Exemplar gerechnet, würde das Geld Stück für Stück wieder reinkommen. Würden alle Exemplare verkauft werden, bliebe ein Rest von rund 2000 Euro für die Gemeinde, so Beckers Kalkulation.

Als Alternative hatte die Gruppe eine Chronik in kleinerem Format vorgestellt. Dort würden sie mit 500 Seiten auskommen müssen. Diese Variante würde 8000 Euro kosten, der Druck aber erst im Sommer 2018 möglich sein. Der Verlag würde das Risiko tragen, den Verkauf der Chroniken aber auch selber abrechnen, so Beckers Erläuterung.

Becker, der bis 2013 Bürgermeister der Gemeinde war, hat schon immer Dokumente, Berichte und Veröffentlichungen über Karby gesammelt. „Das ist mein Hobby“. Später wurde er auch bei der Heimatgemeinschaft Eckernförde aktiv. Dort traf er auf Sylvia Palenczat, die selber im dortigen Archiv forschte. Erst schickte sie Becker ihre Funde zu Karby zu, bis sie schließlich in der Gruppe mitmachte. „Das war auch gut, da man als Sammler nie fertig ist“, sagt Becker und lacht. Und so zogen sie einen zeitlichen Strich und konzentrierten sich auf die Zusammenstellung der Unterlagen.

Sie forschten in sämtlichen Chroniken von Vereinen, der Feuerwehr, der Schule und wurden überall fündig. Viel Wissen steuerte auch Uwe Sorgenfrei bei, der auch viele Jahre Bürgermeister im Ort war. „Wir haben uns auf Karby konzentriert“, sagt Becker, wenngleich die Chronik auch viele Bürger der Nachbargemeinden interessieren dürfte. So zählt das Kirchspiel der Kirchengemeinde Karby rund 3500 Einwohner. Überschneidungen gibt es aber auch bei Vereinen, der Feuerwehr und anderen Angeboten in und aus Karby, die Bürger aus Brodersby, Dörphof, Winnemark und Kopperby nutzen.

Eine Besonderheit der geplanten Chronik ist die Darstellung aller Gebäude nach Straßen sortiert. Diese Bilder und Daten hat Becker schon seit vielen Jahren gesammelt. Daher wird über die Geschichte eines jeden einzelnen Hauses etwas in der Chronik zu finden sein. Viele Bürger hatten auch einen Fragebogen, der im Dorf verteilt wurde, mit wertvollen Angaben ausgefüllt zurückgegeben. Auch diese Informationen wurden berücksichtigt.

Da so eine Chronik davon lebt, dass auch die Bewohner genannt werden und vermerkt wird, welche Personen in Karby gewohnt und gearbeitet haben, hat die Arbeitsgruppe eine Bitte an die Bürger. Diejenigen, die gegen ihre Namensnennung in der Chronik sind, mögen sich vertraulich an die Mitglieder wenden. Diese sind Thomas Becker T. 04644/831, Peter Hansen T. 04644/424, Hans Uwe Sorgenfrei T. 04644/364 und Sylvia Palenczat T. 04352/91  16  76. Auch mit Bürgermeister Klaus Dieter Möse kann Kontakt aufgenommen werden.

Wer das Chronikprojekt finanziell unterstützen möchte, ist willkommen und kann sich an die Genannten wenden. Wer jetzt schon weiß, dass er ein Buch erwerben würde, der kann dieses auch mitteilen. So erhält die Chronikgruppe schon mal einen grobem Überblick. Die letzte Festschrift erschien 2003 zum 725-jährigen Gemeindejubiläum.

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