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Plattdeutsches Theater : Doppelter Jochen sorgt für Verwechslung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Volles Haus bei der Premiere der Plattdeutschen Bühne Gettorf-Lindau: Die Aufführung des Schwanks „De duppelte Jochen“ kam gut an. Die Doppelrolle der Zwillinge Peter und Jochen meisterte Knud Matthießen bravourös.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Die Premiere der plattdeutschen Komödie „De duppelte Jochen“ war ein voller Erfolg. Vor ausverkauftem Saal zeigte die Plattdeutsche Bühne Gettorf-Lindau „een Schwank in dree Akten“ von Jürgen Baumgarten. Knud Matthießen, in der Hauptrolle als Peter und Zwillingsbruder Jochen Kümpers freute sich über das große Interesse: „Wenn wir ein Stück zum ersten Mal zeigen, kommen viele nicht so gerne, weil sie der Meinung sind, dass wir besser werden, je länger wir spielen.“ Diese Bedenken waren jedoch unbegründet. Professionell traten die fünf Laienschauspieler auf und zogen die Zuschauer immer mehr in ihren Bann. Die anfangs noch vereinzelte Begeisterung steigerte sich, bis sich mit Beginn des zweiten Aktes kaum noch ein Zuschauer ruhig auf seinem Platz halten konnte. Das Stück endete mit großem Applaus, so dass der Vorhang kaum final zugehen konnte und die Akteure sich mehrmals zeigen mussten.

Pensionsbesitzer Peter Kümpers (Knud Matthießen) steht das Wasser bis zum Hals. Er muss einen Kredit bei der Bank zurückzahlen. Sein bester Freund Siggi Klein (Hans-Otto Stender) hatte ihm diesen als Filialleiter der Sparkasse beschafft. Wenn nun jedoch herauskommt, dass als Sicherheit ein fast wertloses Grundstück dahinter steht, droht Siggi vielleicht sogar der Verlust seines Postens. Kümpers hat noch weitere Grundstücke, die gehören ihm jedoch nicht alleine. Zum Verkauf zustimmen müsste sein Zwillingsbruder. Das Ganze hat nur einen Haken: Jochen lebt irgendwo in Argentinien und Peter hat keinen Kontakt, weil die beiden zerstritten sind. Doch Peter hat eine Idee: Er will sich als sein Bruder ausgeben und hat bereits einen Reisepass gefälscht. Siggi ist entsetzt. Doch für Peter ist das der einzige Ausweg. Zu allem Übel zieht Peter seinen Freund noch weiter mit in die Geschichte hinein.

Damit sich keiner wundert, dass Peter und Jochen „nich eenmal tosamen opkrüzen doot“, will er eine Zeitlang zur Selbstfindung im Wald wohnen, doch „ick kann nich de Eremit in’n Wald sien un to glieke Tiet hier den Jochen spelen“. Also muss Siggi sich als Peter ausgeben. Peters Ehefrau Lisa (Silke Reimers) wüsste sowieso vieles nicht und soll auch davon nichts mitbekommen, doch sie hat das Gespräch heimlich belauscht: „Een ganzen Barg vun Heemlichkeiten, vun de ick as sien Fru nix weet! Oh nee, wat sünd de Mannslüüd doch blots naiv!“ Und schon greift sie zum Hörer und ruft Jochen an, um ihm von der Sache zu erzählen. Er kommt nach Gettorf, doch davon soll wiederum Peter nichts wissen. Am Ende der Verwechslungsgeschichte macht sich bei allen Beteiligten Verwirrung breit.

Für Belustigung sorgt auch die überspannte Schriftstellerin Regina Thiel (Silke Ehrich), die in der Zeitung gelesen hat, dass Peter als Einsiedler im Wald lebt. Sie arbeitet an dem Krimi „Die Tote aus Gettorf“ und betreibt „Feldstudien“. Zufällig gibt es in ihrer Geschichte viele Ähnlichkeiten.

Die Herausforderungen, die eine Doppelrolle mit sich bringen, meistert Knud Matthießen bravourös. Besonders gefordert ist der Laienschauspieler im 2. Akt, wo er mehrfach innerhalb kürzester Zeit als Peter Kümpers aus einer Tür herausgeht und nach Sekunden zur anderen verwandelt als Zwillingsbruder wieder erscheint. Notarin Renate Garbert (Ina Schersching) versteht die Welt nicht mehr, ist sichtlich verwirrt und greift lieber noch ein weiteres Mal zur Schnapsflasche. Das Publikum tobt vor Begeisterung.

Wie die Geschichte ausgeht ist im Hotel Stadt Hamburg am Freitag, 28. Februar und Sonnabend, 1. März zu sehen. Im „Santorini“ Revensdorf finden Vorstellungen am Freitag, 7. März, und Sonnabend, 8. März ebenfalls um 20 Uhr statt. Auch im „Lindenkrug“ Großkönigsförde stehen die Schauspieler der Plattdeutschen Bühne Gettorf-Lindau auf der Bühne. Der Eintritt kostet sechs Euro. Es sind noch Restkarten erhältlich.


>Informationen unter www.plattduetsche-buehne-gettorf-lindau.de.

 


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