Doppel-Jubiläum in Kirche und Kapelle

Hüttener Kirche: Preben Holl, Kerstin Hansen-Neupert und Klaus Sell (von links) laden zum Festgottesdienst ein.
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Hüttener Kirche: Preben Holl, Kerstin Hansen-Neupert und Klaus Sell (von links) laden zum Festgottesdienst ein.

Hüttener Gotteshaus wird 700 Jahre alt / 70-Jahr-Feier in Brekendorf

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16. Mai 2019, 15:25 Uhr

Hütten/ Brekendorf | „Eine tolle Zahlenkombination“, sagt Pastorin Kerstin Hansen-Neupert. Dieses Jubiläum dürfe sich die Kirchengemeinde nicht entgehen lassen. 700 Jahre Kirche Hütten und 70 Jahre Kapelle Brekendorf – das wird am Sonntag, 19. Mai, in beiden Dörfern groß gefeiert.

„Vermutlich ist die Hüttener Kirche älter als 700 Jahre“, sagt Klaus Sell, Vorsitzender des Kirchengemeinderates, aber die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1319. 1520 erwarb Herzog Friedrich von Schloss Gottorf in Schleswig das Rittergut Hütten und damit auch die Kirche. Er legte den Grundstein zu einem Chor für die Kirche. Eine Renovierung hat es 1965/66 gegeben. Dabei wurden die Einbauten des Chores, der Altar und das Chorgestühl entfernt. So entstand das heutige Bild des Chores: offen und dank des hohen Gewölbes mit einer sehr guten Akustik.

Ein wertvoller, spätgotischer Marienaltar prägte von 1520 bis 1860 den Chorraum der Hüttener Kirche. Das stark restaurationsbedürftige Schmuckstück passte als Marienaltar nicht in eine protestantische Kirche und wurde daher von der Kirchengemeinde an das Flensburger Museum verkauft. Um ihn vor dem Einmarsch der preußischen Truppen zu schützen, wurde er in Dänemark versteckt und erst 1925 endete eine lange Odyssee und er kam wieder nach Flensburg.

Als Pastorin Kerstin Hansen-Neupert 2011 in Hütten ihren Dienst aufnahm, habe sie sich sofort in die „ehrfurchtgebietende“ Kirche verliebt. Das Helle, die Weite, die Schlichtheit des Gebäudes hätten sie beeindruckt.

Mit einem Festgottesdienst, der von Kerstin Hansen-Neupert, Propst Sönke Funck und Bischof Gothart Magaard geleitet wird, beginnen am Sonntag die Festlichkeiten. Anschließend stehen einige Grußworte an, es gibt einen Sektempfang, eine Hüpfburg für Kinder und ein Kirchenquiz. Um 14 Uhr wird es einen Bus-Shuttle zur St.-Michaelis-Kapelle nach Brekendorf geben. Nach einer Kaffeetafel beginnt gegen 16 Uhr ein weiterer Festgottesdienst mit der Pastorin und dem Propst, aber ohne den Bischof. „Der Bischof ist nur bei dreistelligen Jubiläen dabei“, sagt Hansen-Neupert.

Auch wenn die Kapelle längst nicht so eine bewegte Geschichte hat wie die Hüttener Kirche, so hat sie doch ihren besonderen Charme. „Mir gefällt der Granitstein“, sagt Preben Holl, Brekendorfer und Mitglied im Kirchengemeinderat.

Einen Friedhof hat es in Brekendorf schon früher gegeben, sogar einen größeren als in Hütten. „Für die Bürger war der Weg über die Hüttener Berge zu ihrer Kirche nach Hütten zu beschwerlich“, berichtet Kerstin Hansen-Neupert, deshalb wurde ein dorfeigener Friedhof 1930 angelegt, auch mit dem Bau einer Kapelle wurde begonnen, der 1949 abgeschlossen wurde. 1980 kam noch ein Mehrzweckraum hinzu, der weiteren Besuchern Platz bot.

„Die Kapelle ist immer gut besucht“, weiß die Pastorin, stets müssten Stühle hinzu gestellt werden. In den vergangenen Jahren wurde viel Geld investiert, um das Gebäude zu erhalten, die Fenster und Türen wurden erneuert, der Innenraum gestrichen. Ein Förderverein, wie es ihn für die Hüttener Kirche gibt, fehlt allerdings. Es gebe aber bereits Gespräche, sagt Preben Holl. Vor allem für die Glocke werden Spenden benötigt. Die Glocke ist gerissen, eine neue soll her. Zudem soll für die Aufhängung statt einer Metallkonstruktion ein Holzjoch eingebaut werden. „Wir benötigen dafür etwa 5000 bis 6000 Euro“, sagt Kerstin Hansen-Neupert.

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