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Schließfächer stark gefragt : Diskrete Sicherheit boomt: Warteliste für Schließfächer

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Bank führt inzwischen eine lange Warteliste und möchte kurzfristig weitere Schließfächer anbieten. Zunahme der Einbrüche fördert das Sicherheitsdenken der Kunden.

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erstellt am 24.Mai.2016 | 06:14 Uhr

Eckernförde | Der Schlüssel muss passen, die richtige Zahlenkombination ebenfalls – dann öffnet sich die massive, mehrere Tonnen schwere Tresortür im Kellergeschoss der Eckernförder Bank. Geschäftsstellenleiter Christian Schnitker verfügt über beides. Die dicke Stahltür schwingt langsam zur Seite, doch noch ist der Weg in den relativ kleinen Schließfachraum nicht frei – eine starkes Gitter versperrt zwar nicht die Sicht, wohl aber den Zutritt. Mit dem richtigen Schlüssel ist auch dies kein Problem. Und so verschaffen die Servicemitarbeiter der Eckernförder Bank den Schließfachmietern Zugang zm Allerheiligsten – den privaten Dokumenten, Sammlungen und Wertgegenständen der Privatkunden. In der Hauptstelle der Eckernförder Bank in der Kieler Straße sind dies 450, zählt man die Filialen im Altkreis Eckernförde dazu, sind es 900.

Und die Nachfrage boomt. Die Eckernförder Bank führt inzwischen eine Warteliste mit knapp 100 potenziellen Schließfachkunden, sagt Vorstand Sönke Saß. „Wir werden unsere Schließfachanlage kurzfristig erweitern“, um der großen Nachfrage nachzukommen. Als Hauptursache für den Schließfach-Boom und damit für eine sichere Unterbringung von Wertgegenständen und wichtigen Dokumenten vermutet Saß die zunehmende Zahl von Einbrüchen in der Region. Die Schließfächer sind den gut 21  000 Kunden vorbehalten, die für eine Jahresgebühr zwischen 50 und 85 Euro drei unterschiedlich große Schließfächer im Din à 4-Format mit 10, 20 oder 30 Zentimetern Höhe mieten können. Und sollte es irgendwann wegen der Geldflut der EZB zu Negativzinsen kommen – was derzeit allerdings bei der Eckernförder Bank nicht geplant ist –, rechnet Saß mit einer noch deutlich höheren Nachfrage.

Jeder Kunde, der seine Metallkassette aus seinem nummerierten Schließfach herausziehen möchte, kann dies jederzeit zu den üblichen Öffnungszeiten tun. Er braucht keine Anmeldung, sondern geht in die Kundenhalle und wendet sich an eine Servicekraft, die den Kunden dann diskret in den Keller führt – niemand soll wissen, wer gerade den besonders gesicherten Bereich aufsucht. Nachdem der Mitarbeiter die Tresortür und das Gitter geöffnet hat, bereitet er durch das „Vorschließen“ die Öffnung des Schließfachs durch den Kunden vor und verlässt den Raum – die Gittertür wird nur angelehnt, um den Kunden das Gefühl des Eingesperrtseins zu nehmen. Der Bankmitarbeiter wartet diskret, aber in Rufweite im Vorraum, der Kunde kann in aller Ruhe und unbeobachtet seine Versicherungspolicen einsehen oder Brillanten putzen. Niemand außer den Kunden weiß, was sich in den Kassetten verbirgt. „Die Privatsphäre ist gewährleistet“, sagt Christian Schnitker. Über die Inhalte lässt sich folglich nur spekulieren: Die Schließfächer könnten ebenso Goldbarren, Edelsteine oder Bündel von Bargeld enthalten wie persönliche Dokumente, wichtige Urkunden und Verträge, wertvolle Münzsammlungen oder Dinge von individuellem Wert wie Erbstücke oder besondere Schmuckstücke.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bewegt sich im Minutenbereich. Hat der Kunden alles erledigt, verlässt auch er den vielleicht gerade mal 30 Quadratmeter großen Schließfachraum, dessen „Möblierung“ demnächst ergänzt werden soll.

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