Digitalisierung ist Trumpf

Die Vorstände Frank Nissen (l.) und Sönke Saß (r.) sowie Aufsichtsratsvorsitzender Martin Borchert (2. v. l.) begrüßten Justizministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack und Bürgermeister Jörg Sibbel (v. l.) als Gäste.
Die Vorstände Frank Nissen (l.) und Sönke Saß (r.) sowie Aufsichtsratsvorsitzender Martin Borchert (2. v. l.) begrüßten Justizministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack und Bürgermeister Jörg Sibbel (v. l.) als Gäste.

180 Gäste bei Neujahrsempfang der Eckernförder Bank / Justizministerin will Digitalisierung vorantreiben

shz.de von
09. Januar 2019, 19:01 Uhr

Mit einer Rekord-Bilanzsumme 2018 und einer großen Portion Zuversicht schaut die Eckernförder Bank auf das Jahr 2019. Aufsichtsratsvorsitzender Martin Borchert begrüßte am Dienstagabend rund 180 Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang in den Räumen des Geldinstituts, unter ihnen auch die Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung, Dr. Sabine Sütterlin-Waack, und Bürgermeister Jörg Sibbel.

Ehrengast Ministerin Dr. Sütterlin-Waack blickte optimistisch in die Zukunft. „Ein neues Jahr ist wie ein neuer Bankkunde: Solang man nichts Nachteiliges von ihm gehört hat, sollte man ihm auch Kredit geben. Wir sollten also trotz aller globalen Probleme und Krisensymptome optimistisch sein.“ Die Ministerin gab einen kurzen Einblick in die Arbeit ihres Hauses. Im Bundesvergleich sei die schleswig-holsteinische Justiz „ganz weit oben mit aufgestellt“ – das gelte gerade für die Digitalisierung. Es sei „ein Jahrhundertprojekt, das oft mit der Entwicklung des Buchdrucks verglichen wird.“ So ist geplant, das Großprojekt „Elektronische Akte“ im April beim Arbeitsgericht Kiel als Pilotprojekt einzuführen. Bis Ende 2019 soll die gesamte Arbeitsgerichtsbarkeit im Land mit der elektronischen Akte arbeiten, 2025 soll das für alle Gerichtsbarkeiten und Staatsanwaltschaften gelten. 240 Gerichtssäle müssen mit einer digitalen Kommunikation ausgestattet werden. Eine bauliche, technische und logistische Herausforderung für alle Beteiligten mit einem Kostenumfang von mehr als 30 Millionen Euro. Die Stärkung des Opferschutzes für alle Opfer von Straftaten – und nicht nur von terroristischen Straftaten oder Großschadensereignissen – steht weit oben auf der Agenda der Ministerin. So plant das Justizministerium in Zusammenarbeit mit dem Sozial- und dem Innenministerium die Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für Opfer und deren Angehörige. „Ich bin Lobbyistin. Ich muss dafür sorgen, dass das Geld nach Schleswig-Holstein kommt“, erklärte Dr. Sütterlin-Waack in Bezug auf Europa. „Die Entscheidungen über die zukünftigen EU-Fördermittel werden auch den Umfang und die Qualität unserer Zusammenarbeit im Grenzland stark beeinflussen“, sagte sie und wies auf das Erfolgsmodell „Interreg“ hin, das die Zusammenarbeit gestärkt habe. „In der Europawahl wird auch bei uns entschieden, ob Populisten den Weg zurück erzwingen und die Erfolge der friedlichen Zusammenarbeit auf unserem Kontinent gefährden.“ Schon jetzt lud sie alle Eckernförder für den 2. und 3. Oktober nach Kiel ein, wo die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit unter dem Motto „Mut verbindet“ ausgerichtet werden.

Als ausführlich, lebhaft und teils sehr kontrovers bezeichnete Bürgermeister Jörg Sibbel in seinem Grußwort die Ratsversammlungen. Er skizzierte kurz die Großprojekte wie Nooröffnung, Bahnhofsareal mit Kino, Parkraumschaffung Grüner Weg / 3. Gleis sowie Tourismusstrategie. Es gelte, vorausschauende und mutige Entscheidungen zum Wohl der Stadt zu treffen. „Die Stadt – und auch die Politik – hat in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen, dass sie die Kraft hierzu hat und auch auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren kann.“

Die Eckernförder Bank als selbstständige Genossenschaftsbank vor Ort auch im Zeitalter der Digitalisierung fest zu verankern , sei das Ziel für 2019, sagte Vorstand Frank Nissen. Ein erster Schritt sei die Initiierung einer Digitalisierungsgruppe, der ein Drittel aller Mitarbeiter angehören. Sie beraten die Kunden bei der Auswahl der Kommunikationskanäle. Mit den Worten „Bei aller Digitalisierung und den Apps – auch die Menschen, unsere Mitarbeiter, sind weiter für Sie da“, läutete Aufsichtsratsvorsitzender Martin Borchert den geselligen Teil des Abends ein.

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