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Suchen - Finden - lesen : Digitalisiertes EZ-Archiv Fundgrube für Forschende

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Heimatgemeinschaft Eckernförde bietet allen Interessierten einen Blick in die EZ-Jahrgänge von 1853 bis 2006. Alle Mikrofilme wurden jetzt bis auf wenige Ausnahme digitalisiert.

Eckernförde | Das Eckernförde-Buch von Karl Friedrich Schinkel auf dem Schreibtisch, daneben ihr Laptop, das an eine mobile Festplatte angedockt ist. Vanessa Pegler reicht die kleine Ecke im Besprechungszimmer der Heimatgemeinschaft Eckernförde im Block Carlshöhe 44, und die Anwesenheit der zahlreichen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter in ihrem Rücken stört sie überhaupt nicht. Die Lehramtsstudentin für Englisch und Religion scrollt und liest sich konzentriert durch die historischen Seiten der Eckernförder Zeitung zwischen 1939 und 45. Das dunkelste Kapital der deutschen Geschichte interessiert Vanessa Pegler deshalb besonders, weil sie ihre Bachelor-Arbeit zum Thema „Die Eckernförder Kirche im Nationalsozialismus“ schreibt. Das Schinkel-Buch mit den Verweisen zu Quellen wie der EZ sind ihr dabei von Nutzen.

Es ist ihr erster Termin im digitalen EZ-Archiv der Heimatgemeinschaft, und vermutlich nicht ihr letzter. Die Eckernförder Studentin findet Artikel über den Sturm auf das Gewerkschaftshaus vom 11. Juli 1932 und hat gelesen, dass Hitler am 29. August 1935 im offenen Wagen durch die Kieler Straße gefahren wurde. Nur in der eigentlichen Sache ist sie noch nicht richtig fündig geworden. „Es ist schwer, gezielt etwas zu finden, hat man aber ein Datum, geht das relativ schnell.“

Nebenan sucht Erich Leupold aus Loose nach dem Gründungsdatum des VfL Loose. Ist es nun der 1. April oder 1. Mai 1949? Bisher gibt weder für das eine noch das andere Datum eine Bestätigung, nur Mutmaßungen, Leupold soll nun Klarheit in die Sache bringen und hat sich an das digitalisierte Zeitungsarchiv der Heimatgemeinschaft gewandt. Das Problem: Die Besatzungsmächte, in diesem Fall die Engländer, haben alle Zeitungen, die auf Parteilinie waren – und das waren fast alle – verboten. Auch für die Vorsitzende der Heimatgemeinschaft, Dr. Telse Stoy, überraschend, dass das Erscheinungsverbot im Falle der EZ bis zum 22. Oktober 1949 galt. Erlaubt wurde allenfalls der Druck des „Eckernförder Anzeigenblattes“, das einmal pro Woche mit spärlichen Nachrichten erschien. Eine Meldung oder vielleicht sogar ein Bericht über die Gründung des VfL suchten Chronist Erich Leupold sowie Telse Stoy und ihr Stellvertreter Thomas Becker von der Heimatgemeinschaft vergebens. Nun soll das Vereinsregister beim Amtsgericht eingesehen werden, um das Gründungsdatum zu ermitteln. Dieses soll Bestandteil der neuen Vereinschronik werden, die in Form eines Ringbuches immer weiter fortgeschrieben werden soll, berichtete Leupold, der vom Vorsitzenden Alfred Schneider mit der Organisation und technischen Aufbereitung der Lose-Blatt-Sammlung betraut wurde.

Nur zwei Beispiele, wie das ansonsten fast lückenlose und voll digitalisierte EZ-Archiv der Jahrgänge 1853 bis 2006 von Interessenten genutzt werden kann. Und zwar unentgeltlich. Die Heimatgemeinschaft möchte damit allen den Zugang zu den Original-Zeitdokumenten ermöglichen. Das Digitalisierungsprojekt wurde aus eigener Kraft „gestemmt“, die Elisabeth-Eifert-Stiftung hat 1500 Euro dazugegeben. Das zuvor genutzte Lesegerät für die Mikrofilme – alle Jahrgänge wurden durchfotografiert – konnte keine Seiten mehr ausdrucken, weil es keinen Toner mehr für dieses Gerät gab – also musste eine andere Lösung her.

Die Heimatgemeinschaft wünscht sich ein reges Interesse am digitalsierten EZ-Archiv, das auf mehreren mobilen Festplatten gespeichert ist. Die Nutzung erfolgt auf Carlshöhe 44 zu den Geschäftszeiten montags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und nach Absprache unter Telefon 04351/85427 oder mail@heimatgemeinschaft-eck.de.

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erstellt am 24.Feb.2016 | 06:00 Uhr

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