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Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 17:56 Uhr

Digitale Zählung und extravaganter Bau

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 09.Dez.2016 | 09:56 Uhr

Die Welt wird immer digitaler. Wer sein Handy in der Innenstadt auf WLan-Suche gehen lässt, wird erfasst und ist gewissermaßen für zwei Stunden im (Mess-)Kasten. Keine persönlichen Daten, so wird versprochen, nur die Gerätekennung, auf PC-deutsch Mac-Adresse, und die wird nach zwei Stunden wieder gelöscht. Niemand soll durch seinen Aufenthalt in der Eckernförder City in Erklärungsnot kommen, und auch die Datenschützer haben dem Messverfahren ihren Segen gegeben. Was das Ganze soll? Die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) möchte mehr erfahren über Besucherströme und vor allem über die Zugkraft öffentlicher Veranstaltungen wie den Weihnachts- oder Fischmärkten oder den Stadtfesten. Bisher wurde die Besucherzahl zum Beispiel beim Piratenspektakel nach der Methode „Pi mal Daumen“ taxiert, wobei es nicht auf 10  000 mehr oder weniger ankam. Die extrem hohe Ungenauigkeit und Fehlertoleranz wird durch das hochgerechnete Messverfahren deutlich gesenkt, ab sofort herrscht Klarheit an der Besucherfront.

Immerhin ein erster Erkenntnisgewinn.

Extravagant ist es schon, was die Kirchengemeinde St. Nicolai sich da ausgedacht hat. Ein neues Gemeindehaus mit Glaspyramide und bleigefasster Fassade direkt neben der altehrwürdigen Nicolai-Kirche auf dem ehemaligen Friedhof mitten im Zentrum. Das ist eine selbstbewusste Ansage. Erkennen kann man auf der Entwurfsskizze des Kölner Star-Architekten Peter Bussmann zwar so gut wie nichts, doch allein die Schlagwörter reichen, um das Kopf-Kino in Bewegung zu setzen. Die meisten Gemeindeglieder, die sich die drei Varianten am Kirchenwahlsonntag in der Kirche angesehen und bewertet haben, fanden den Entwurf gut und besser als die Lösungen Neubau Nooröffnung und Sanierung Langlo-Haus. Die ersten Bürger, die sich zu Wort gemeldet haben, sehen das erheblich kritischer. Und die Stadt, die Politik und der Gestaltungsbeirat haben sich noch gar nicht dazu geäußert – das dürfte noch spannend werden.

Eckernförde wird auf jeden Fall kein zweites Limburg. Das Objekt ist – wenngleich auffällig und architektonisch aus dem Rahmen fallend – klein und überschaubar. Die angepeilte Million dürfte auch im Falle der Nooröffnung und der Langlo-Lösung nicht weit entfernt sein.

Heute wird demonstriert – nicht gegen sondern für etwas – den Erhalt der Kinderstation. Aufgerufen dazu hat die gleichnamige Bürgerinitiative, die der Geschäftsführung der Imland Kliniken seit längerem misstraut und auch den Kreistag für sein vor drei Jahren gegebenes Versprechen, neben der Geburtshilfe auch die Kinderstation zu erhalten, in die Pflicht nimmt. Es dürften sich heute um 16.30 Uhr einige hundert Teilnehmer im Skatepark Schulweg einfinden, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

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