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Sanierung : Diesel im Boden – schon seit 40 Jahren

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Einst stand eine Tankstelle an der Reeperbahn. Jetzt, nach 40 Jahren ist das mit Diesel kontaminierte Erdreich entsorgt worden.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2015 | 19:38 Uhr

Eckernförde | Das Bild hat so manchen Passanten verwundert: Männer in weißen Schutzanzügen mit Mundschutz gehen über das Gelände des ehemaligen Markantmarktes in der Reeperbahn, wo Pumpen das Grundwasser abgesaugt und Bagger das Erdreich ausgekoffert haben. „Kein Grund zur Sorge“, sagt Ralf-Dieter Beck, Fachgruppenleiter „Bodenschutz und Abfall“ des Kreises. „Es ist nichts Schlimmes passiert. Die Leute tragen ihre ganz normale wasserabweisende Arbeitskleidung.“

Der Grund für die Arbeiten auf dem Gelände liegen in drei Metern Tiefe. Bis Mitte der 1950er-Jahre wurde das Areal von der Eckernförder Kreisbahn genutzt, bevor die Firma Siemsen das Gelände kaufte und dort zwischen 1966 bis 1979 zwei Tankanlagen betrieb. Die nördliche davon stand in dem Eingangsbereich des später gebauten Markantmarktes. Bei Probebohrungen hat man im Zuge der Planungen für die Nooröffnung eine Kontamination festgestellt. Auf Deutsch: Hier ist damals Diesel im Boden versickert.

Das war der Grund, nähere Untersuchungen anzustellen. Dafür wurden rund um das Areal Brunnen gebohrt, über die das Grundwasser abgepumpt wurde, um das Gebiet trockenzulegen. Da dieses Wasser einen Eisenwert aufwies, der zwar für die Ostsee im Rahmen der Grenzwerte lag, aber nicht für das Noor als Binnengewässer, musste es über Rohrleitungen durch das bestehende Kanalsystem geführt werden und durfte erst in einer Mindestentfernung von 30 Metern zur Noorverbindung in den Hafen eingeleitet werden.

Schließlich wurde das Erdreich ausgekoffert. „Die oberen zwei Meter waren sauber“, so Beck. Erst die nächsten zwei Meter bis in eine Tiefe von ungefähr vier Metern seien kontaminiert gewesen. Etwa 170 Kubikmeter (rund 300 Tonnen) wurden ausgekoffert und zunächst unter einer Folie gelagert. Das Material wurde schließlich auf eine Deponie gebracht, wo es so lange gelagert und gewendet wird, bis die im Boden befindlichen Bakterien die Dieselreste aufgelöst haben.

Wer an der Baustelle vorbeiging, konnte teils deutlichen Dieselgeruch wahrnehmen. „Die Grenzwerte für Dieselbelastung liegen deutlich über der Geruchsschwelle“, erklärt Ralf-Dieter Beck. Das heißt, dass Erde selbst bei einer Belastung deutlich unter den erlaubten Schwellenwerten stark nach Diesel riechen kann. „Es wurden Luftmessungen vorgenommen, die alle unauffällige Werte aufwiesen. Eine bedenkliche Ausgasung von Schadstoffen erfolgte somit nachweislich nicht.“

Nachdem die kontaminierte Erde abtransportiert wurde, ist das entstandene Loch wieder aufgefüllt und das Gelände planiert worden.

Bei der zweiten ehemaligen Tankstelle auf dem Gelände sind bei Probebohrungen keine auffälligen Werte festgestellt worden. „Dort wurde der Boden damals mit Bauschutt und Ähnlichem verfüllt“, erläutert Ralf-Dieter Beck. „Das sind winzige Verunreinigungen, die im Zuge der späteren Bauarbeiten in diesem Gebiet beseitigt werden können. Ein sofortiges Handeln ist nicht nötig.“

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