Preisgekrönt : Diese Frau lässt alle Männer hinter sich

Europameisterin Jasmin Raatz aus Waterdiek mit ihren Europa-Champions 2013 (l.) und 2014, Zwerg-Orpingtons in Gelb.
Europameisterin Jasmin Raatz aus Waterdiek mit ihren Europa-Champions 2013 (l.) und 2014, Zwerg-Orpingtons in Gelb.

Jasmin Raatz behauptet sich in der Hühnerzucht mit ihren Zwerg-Orpingtons / Europameister-Titel verteidigt

shz.de von
08. Januar 2015, 06:02 Uhr

Lindau | Ihre Zwerg-Orpingtons in Gelb sind die schönsten in ganz Europa: Züchterin Jasmin Raatz aus Waterdiek in der Gemeinde Lindau ist auf der Europaschau im sächsischen Schleife an der polnischen Grenze zur Europameisterin gekürt worden. Ihre vier Tiere, die sie für die Schau nominiert hat, erhielten die beste Wertung. Eine ihrer Hennen ist Europa-Champion 2014. Damit konnte Jasmin Raatz ihren Europameister-Titel aus 2013 verteidigen. „Ich habe erneut alle Männer hinter mir gelassen“, sagt sie und lacht. Denn die sind bei den Wettbewerben noch immer dominierend.

„Letztes Jahr war züchterisch ganz toll“, fügt sie hinzu. Im Oktober wurde sie in Hannover Deutsche Meisterin und dann im November Europameisterin. Die 42-jährige Jasmin Raatz ist eine erfolgreiche Züchterin. Mehrfache Landesmeisterin, Deutsche Meisterin und Europameisterin. Ihre Pokale, Urkunden und Bänder bewahrt sie im Flur auf. Groß präsentieren mag sie ihre Preise nicht. „Ich bin da eher zurückhaltend“, sagt sie. „Aber so im Freundeskreis erzähle ich es schon.“ Die Europaschau sei schon etwas Besonderes, meint sie. Alles ist größer als bei den örtlichen Schauen. 450 Zwerg-Orpingtons in verschiedenen Farben wurden im November in Sachsen gezeigt. Ihre Konkurrenz kam aus ganz Deutschland, Belgien, Frankreich, Dänemark und Luxemburg. Dennoch bestehe eine schöne Gemeinschaft unter den Züchtern.

Ihre Liebe zu den Zwerg-Orpingtons entdeckte Jasmin Raatz 1980. In der Jugendgruppe des Rassegeflügelzuchtvereins (RGZV) Gettorf und Umgegend, der in diesem Jahre 65 Jahre alt wird. „Ich wurde da sozusagen hineingeboren“, erzählt sie. Ihr Vater Rudi Raatz züchtet die gleiche Rasse, nur größer. Die Rasse stammt ursprünglich aus England. Orpingtons sind ruhig und werden schnell zutraulich. Als Jugendliche züchtete Jasmin Raatz Zwerg-Orpingtons in Schwarz, heute in Gelb. „Die sind so süß und ruhig“, findet sie. „Es sind ganz entzückende Tiere.“

Für jede Rasse gibt es Standards. Bei den Zwerg-Orpingtons in Gelb kommt es auf die schöne gelbe Farbe an, einen Körper in Würfelform, einen satt roten und gleichmäßigen Kamm und leuchtend orangefarbene Augen. Die Bruteier für ihre Zucht stammen von einem Spitzenzüchter in Stuttgart. Diese Tiere hat sie dann mit ihren eigenen verpaart. „Das hat so gut hingehauen“, sagt sie. Doch ob es für Titel reicht, ergebe sich immer erst in den Wettbewerben. „Man ist ja ein bisschen Stallblind“, gesteht sie. „Seine eigenen Tiere findet man immer schön.“ Im Moment hat sie 30 Stück der Rasse. Sie laufen draußen herum und glucksen. Von der Vogelgrippe sei Schleswig-Holstein zum Glück nicht betroffen. „Es sind ganz normale Hühner“, sagt sie. Namen haben sie nicht. Aber eine Beziehung baut sich schon auf. Und von ihren Champions trennt sich Jasmin Raatz auch nicht. Schade nur, findet sie, dass immer so viele fragen, ob ihr Vater die Zuchtstämme zusammensetzt. Dabei verbringe sie sehr viel Zeit damit. „Es ist mehr als nur Hobby“, betont sie. „Da geht die ganze Freizeit drauf.“ Zudem ist sie Vorsitzende im Kreisverband der Rassegeflügelzüchter Kiel. Vier große Schauen war-ten dieses Jahr auf sie. Ihre Titel möchte Jasmin Raatz verteidigen. Sie kündigt an: „Sofern ich schöne Tiere habe, will ich überall hin.“

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