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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 06:10 Uhr

Diebstahl aus dem Tresorraum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bankangestellter steht unter Anklage

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2017 | 06:25 Uhr

29 845 Euro betrug die Summe, die ein Mitarbeiter einer Bank in Eckernförde aus dem Tresorraum im Keller gestohlen haben soll. Gestern wurde die Tat, die im Oktober 2016 geschah, vor dem Schöffengericht Eckernförde verhandelt. Richter Tiedemann eröffnete das Hauptverfahren gegen den 58-Jährigen. Ihm wird vorgeworfen, einen Sicherheitsbeutel, der für die Abholung durch eine Geldtransportfirma vorgesehen war, entwendet zu haben. Zu Beginn ergriff der Angeklagte das Wort, ansonsten schwieg er. „Ich möchte nur sagen, dass ich es nicht gestohlen habe. Ich habe kein Auto, mein Einkommen reicht für mich aus“, beteuerte der Eckernförder und setzte hinzu: „Ich arbeite gern.“

Zu einem Urteil kam es gestern nicht. Zahlreiche Mitarbeiter der Bank waren als Zeugen geladen. Bis auf zwei wurden alle entlassen, da die Vernehmung der Leiterin der internen Revision allein fünf Stunden in Anspruch nahm. Dank ihrer akribischen Arbeit versuchten sich das Gericht sowie die Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung ein genaues Bild des Geschehens zu machen. Der Angeklagte selbst hatte ihr am 13. Oktober 2016 von dem Fehlen eines Geldbeutels berichtet. Genaue Daten vom Leeren der Geldautomaten, von deren Kontobuchungen und von Bewegungsprofilen mithilfe der Kameraüberwachung von Mitarbeitern, die sich am 13. Oktober im Keller aufgehalten haben, wurden vor Gericht detailliert erörtert – ebenso die Frage eines fehlenden Sicherheitsschlüssels. Die gestohlene Summe stammt aus einem Geldautomaten, der aufgrund einer Prüfung durch die Bundesbank einen Tag vorher (am 12. Oktober) komplett geleert worden war. Gibt es in einer Bankfiliale zu viel Bargeld, wird dieses aus Sicherheitsgründen durch eine Geldtransportfirma abgeholt. Drei Geldsäcke sollten am 13. Oktober abgeholt werden, gegen 14 Uhr habe der Angeklagte ihr mitgeteilt, dass es nur noch zwei seien. Bei der anschließenden Befragung aller Mitarbeiter habe der Angeklagte „zu dem Zeitpunkt nicht unter Verdacht“ gestanden, so die Betriebswirtin. Ihre genauen Untersuchungen der Buchungen der drei Geldpakete sowie die Uhrzeit, zu der der Angeklagte sie im Tresorraum für die Abholung fertig gemacht hat, hätten aber Unregelmäßigkeiten ergeben. Außerdem sei er am 12. Oktober mit einem Rucksack in die Bank gekommen, das mache er ansonsten nicht. An dem Tag habe auch das Geldpaket, das aufgrund der Prüfung des Geldautomatens durch die Bundesbank angefallen sei, bereits im Tresorraum gelegen. Die Annahme der Zeugin: „Am 12. Oktober wurde das Geldpaket entwendet, weil ich das mit dem Rucksack in Verbindung bringe.“ Ein Tatmotiv des Angeklagten konnten weder sie noch das Gericht erkennen. Genaue Nachfragen der Verteidigung ergaben, dass es auch Verdachtsmomente gegen weitere Mitarbeiter der Bank gibt. Am 21. Dezember wird die Verhandlung mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt. Bis auf Weiteres übt der Angeklagte seine Tätigkeit in der Bank in seinem alten Posten aus.

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