Hommage an Johnny Cash : Die Wiedergeburt des Johnny Cash

Johnny Cash alias  Robert Tyson erzählte zwischen den Liedern immer wieder aus seinem Leben.
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Johnny Cash alias Robert Tyson erzählte zwischen den Liedern immer wieder aus seinem Leben.

„The Cashbags“ – die Band um den „Man in Black“ überzeugte am Donnerstag350 Countryfans in der Stadthalle. Musik, Stil und Moderation erinnerten an das große Vorbild Johnny Cash.

shz.de von
03. März 2018, 06:18 Uhr

Eckernförde | In diesem Jahr wäre der amerikanische Country-Sänger Johnny Cash 86 Jahre alt geworden. Die Bandmitglieder der Johnny-Cash-Revival-Band „The Cashbags“ sind derzeit auf „Geburtstagstour“ durch Deutschland und Europa und machten am Donnerstagabend in Eckernförde Station. Noch heute zählt Cash zu den bekanntesten Vertretern der Countrymusik und unterhält eine große Fangemeinde, und so trotzten etwa 350 norddeutsche Fans dem Schneegestöber und den Eiskeller-Temperaturen und kamen in die Stadthalle.

Das sollte niemand bereuen, denn die „Cashbags“ zählen zu den besten Cash-Revival-Bands weltweit, obwohl lediglich Sänger Robert Tyson gebürtiger Amerikaner ist – die anderen Bandmitglieder einschließlich der überzeugenden „June Carter“ Valeska Cunath sind waschechte Sachsen aus dem Dresdner Raum. Die Band tritt seit 2008 auf und verzeichnet große Erfolge. Das ist nicht verwunderlich, gleichen sie doch in Klang und Erscheinung nahezu vollkommen dem Original. „Wir legen ganz großen Wert auf Authentizität“, erklärte Sängerin Valeska Cunath, die seit 2012 die Stimme von June Carter in der Band beisteuert.

Alle Titel und Moderationen erfolgen ausschließlich auf Englisch, das äußere Erscheinungsbild der Bandmitglieder gleicht denen ihrer Vorbilder, und so fühlt sich das Publikum rasch in die 1960er- und 1970er-Jahre zurückversetzt, als Johnny Cash mit seinen kritischen Texten durch die USA tourte. Noch heute sind seine Auftritte in den Gefängnissen San Quentin und Folsom legendär. Bekannt wurde die Musik von Cash durch den eingängigen Sound „Boom-Chicka-Boom“, mit dem unverwechselbar nahezu jeder Titel beginnt. Ob nun bekannte Songs wie „I Walk the line“, oder „Ring of Fire“ – die „Cashbags“ setzten diesen Stil originalgetreu um. Sänger Robert Tyson hielt seine Gitarre genau wie einst Johnny Cash und stand wie das Original sehr nah am Mikrofon. Er gab die Bassbariton-Stimme von Cash sehr markant wieder, und so dankte das Publikum immer wieder mit Zwischenapplaus und Mitklatschen.

Wie das große Vorbild erzählte Tyson zwischen den Titeln viel (alles auf Englisch mit dem typischen Cash-Slang) und erläuterte die Songtexte. Er berichtete von seiner Kindheit (Cash) – und irgendwann war jeder in den Reihen überzeugt, das Original vor sich zu haben.

In der Pause gab es im Foyer die Möglichkeit, CDs und Erinnerungsstücke zu kaufen. Das nutzten auch die Eckernförder Birgit und Holger Hansen, die mit Sohn, Tochter und Schwiegersohn zur Show kamen. „Bei uns zu Hause wird oft Musik von Johnny Cash gehört“, so Holger Hansen, Initiator für den Familien-Besuch im Konzert. Sohn Thies Hansen ergänzte: „Die Musik reißt mit und man bekommt gute Laune, obwohl die Texte doch eher gesellschaftskritisch und damit nicht lustig sind.“

Im zweiten Showteil wurden weitere bekannte Songs dargeboten, June Carter – Valeska Cunath – überzeugte wie Bandmitglied Stephan Ckoehler (als legendärer Rockabilly-Gitarrist Carl Perkins) mit ihrem Können. Der „Man in Black“, wie Johnny Cash aufgrund seiner Auftritte in schwarzer Kleidung auch genannt wurde, wäre auf diese Revival-Band stolz gewesen. Cash starb im September 2003 in Nashville.



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