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Förderverein Kirchenmusik St. Nicolai : Die Wertschätzung des Klangs

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Förderverein „Kirchenmusik St. Nicolai Eckernförde“ zur Bewahrung anspruchsvoller Kirchenmusik hat seine Gründung gefeiert.

Eckernförde | Seit 1994 sorgt Katja Kanowski als Kirchenmusikdirektorin dafür, dass es in St. Nicolai eine qualitativ so hochstehende Kirchenmusik gibt, dass Eckernförde dafür weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, wenn nicht gar berühmt ist. Zwar hat die evangelische Kirche im Stadtzentrum eigene Chöre – allen voran den Nicolai-Chor unter der Leitung von Organistin Katja Kanowski. Aber was geschieht, wenn für ein großes Konzert professionelle Musiker von außen dazu kommen? Alle Gäste der Eckernförder Kirchenmusik-Szene haben im Laufe der Jahre viele Konzerte erlebt, die mit ihren Mitwirkenden weit übers lokale Ehrenamt hinausgingen. Instrumentalisten, Chöre, Solisten kamen häufig dazu, und so entstanden Kosten, die häufig im fünfstelligen Bereich lagen. Anspruchsvolle Kirchenmusik ist also im wahren Sinne des Wortes kostbar. Wie will man eine Finanzierung zukünftig sicherstellen?

So wurde ein Förderverein „Kirchenmusik St. Nicolai Eckernförde“ gegründet. In der Gewissheit, dass alle Liebhaber der Kirchenmusik die Qualität des hiesigen Musikangebots zu schätzen wissen, haben sie alle jetzt darüber hinaus die Möglichkeit, den Fortbestand, die Förderung und Pflege dieses außergewöhnlichen Schatzes zu unterstützen.

Aus diesem Anlass lud der Förderverein zur Gründungsfeier in die St.-Nicolai-Kirche. Viele kamen am Dienstag und das sicher nicht nur, weil Häppchen und Prosecco angekündigt waren. Vor allem das Programm war reizvoll: Kirchenmusik mal anders. Und so konnte man neben Beiträgen von Katja Kanowski an Orgel (Bach) und Flügel (Dobrogosz) diesmal den Nicolai-Chor mit „Danny Boy“ nach altirischer Melodie und dem Barbershop-Song „Lulu is back in town“ erleben. Gut passte das als Rahmenprogramm – warmherzig, gefühlig das eine und frisch-frech mit Schnipsen und Rhythmus das andere.

Eingerahmt von Klassischem, volkstümlichem Sentiment und Rhythmus gab es drei Reden. Reden? Das war anders als gewohnt, das war ansteckend in Engagement, Freude und Optimismus.

Klaus Kaiser, erster Vorsitzender des Fördervereins, bringt es auf den Punkt: „Der Förderverein … möchte Geld sammeln, um das Vergänglichste, was es gibt, wertzuschätzen – den Klang.“ Kaum hört man einen Ton, so ist er auch schon vorüber und vergangen. Und für dieses Huschende, Vorbeigleitende sollen Gelder bereit gestellt werden? Man frage sich, ob sich das tatsächlich „lohne“. Sei es nicht purer Luxus, sich in Zeiten weltweiter Probleme um Kirchenmusik zu kümmern?

Nicht nur ein Ton, der Klang eines Konzertes sei vergänglich. Auch unser Leben sei „wie ein Windhauch“, ein Klang und – schnell vorüber. Die Kirchenmusik als vergänglichen Moment empfinden, die Ahnung vom „Schleier der Ewigkeit“ zulassen, sie als Lob Gottes pflegen – ergibt das nicht Sinn?

Kirchenmusik geht tief hinein ins menschliche Herz, berührt, erschüttert, öffnet. Ist der Klang dann auch entschwunden, so klingt es doch in uns nach und lenkt unseren Blick auf Wesentliches. Je besser die Qualität dieser Musik, desto mehr wird sie dem Anliegen der Kirche gerecht. Dieses Anliegen – die sichere Pflege und Unterstützung der Kirchenmusik, haben auch Pastor Dirk Homrighausen und Katja Kanowski im Sinn.

Diese Musik bringe Sinnerfüllung, sie sei nicht nur für uns, so Kanowski, „sondern auch für den über allem stehenden Gott. Das Beste ist dann grade gut genug. Wir musizieren mit allen Kräften, die wir haben und machen es so gut wie wir nur können.“ Homrighausen: „Wir ziehen alle an einem Strang.“ Und 30 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr seien relativ wenig.

Viele Anmeldeformulare wurden ausgefüllt, alle wollten mithelfen. Spenden sind ebenfalls willkommen. Im Vorwege halfen unter anderem bereits die Elisabeth-Eifert-Stiftung, die Gärtnerei Colmorgen, Famila spendete Getränke und Häppchen – überhaupt wurde dieser Abend mit so viel Liebe vorbereitet, dass die Gründungsfeier noch sehr harmonisch nachklingt.



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