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Eckernförder Zeitung

21. November 2017 | 22:37 Uhr

Theater : Die Welt aus Sicht der Jugend

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kinder und Jugendliche proben zurzeit ein Theaterstück von Frank Arff. Die Aufführung findet am Sonnabend im Carls statt.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 06:04 Uhr

Eckernförde | Lisa muss viel für die Schule lernen. Dabei möchte sie sich doch lieber mit ihren Freundinnen treffen und in die Disco gehen, doch ihre Eltern sind dagegen. So geht sie heimlich, als ihre Eltern an einem Wochenende nicht zu Hause sind, und lädt hinterher alle ihre Freunde zum Übernachten zu sich ein. Doch das geht natürlich nicht gut.

Wie Kinder und Jugendliche sich in dieser Zeit fühlen, was ihnen wichtig ist und was sie sich wünschen, ist das Thema des neuen Stücks „Untergehen oder Lilablau“ von Frank Arff. Er ist zum vierten Mal in Folge mit seinem „Theater Grenzenlos“ aus Haby von der Kulturbeauftragten Andrea Stephan engagiert worden, um in den Herbstferien mit Kindern und Jugendlichen ein Theaterstück einzustudieren und aufzuführen. Unterstützt wird er von seiner Assistentin Sabine Marx. Die Proben in der Aula der Pestalozzischule sind in vollem Gange.

„Wir wollen jungen Leuten eine Bühne geben, auf der sie sagen können, wie sie sich in dieser Welt fühlen, wo sie stehen und in was für einer Welt sie leben möchten“, sagt Frank Arff. Er hat das Grundgerüst für ein neues Stück geschrieben, das die Kinder mit ihren eigenen Ideen füllen und in dem sie ihre eigenen Antworten einpassen können. „Wir gestalten das Stück zusammen, sprechen über den Inhalt“, so Frank Arff.

Aber nicht nur Schule und Eltern sind ein Thema, sondern auch die Ängste und Wünsche in einer sich immer schneller verändernden Welt. Und so bringen die Jugendlichen in einer Szene über 30 Zitate, mit denen sie beschreiben, wie es ihnen in dieser Welt geht: Von Umweltverschmutzung ist da die Rede, von Krieg, aber auch von persönlichen Problemen und dem alltäglichen Zwiespalt eines Jugendlichen zwischen Schulstress und Pubertät. „Die Zitate stammen teilweise von den Kindern selbst und sind in ihren eigenen Erfahrungen begründet. Aber sie sind ausgetauscht, so dass nicht zurückzuverfolgen ist, wer welche Ängste und Wünsche hat.“

Für viele der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 10 bis 14 Jahren ist das Theaterprojekt der erste Kontakt mit der Schauspielerei, andere sind Wiederholungstäter. Die 13-jährige Carina zum Beispiel war schon öfter dabei. Sie beschäftigen Themen wie Klimawandel und Krieg. „Es sollte sich etwas ändern. Viele Menschen nehmen die Bedrohung zwar wahr, denken aber nicht darüber nach.“ Sie wolle mit ihrer Rolle im Theaterstück dazu beitragen, anderen Menschen die aktuellen Probleme auf dieser Welt nahezubringen. „Vielleicht denken sie dann ja mal nach.“

Genau das ist auch die Intention von Frank Arff und Sabine Marxen: Das Stück soll nicht nur unterhalten, sondern die Thematik transportieren. „Die Zuschauer sollen gern über den Inhalt nachdenken und reflektieren.“ Dann geht vielleicht auch der Wunsch einer Teilnehmerin in Erfüllung: „Ich bin eine Einser-Schülerin und muss für meine Eltern immer viel lernen. Ich würde mich aber lieber mal mehr mit Freundinnen treffen und dafür mal eine Zwei schreiben.“

> Das Stück „Untergehen oder Lilablau“ wird am Sonnabend, 21. Oktober, um 15.30 Uhr im Carls auf der Carlshöhe aufgeführt. Der Eintritt ist frei.

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