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Sternengucker auf dem Aschberg : Die Weiten des Weltalls im Blick

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Über 100 Teilnehmer beim 13. Aschberg-Frühjahrs-Teleskoptreffen in Ascheffel / Jagd nach schwarzen Löchern, Planeten und Kugelsternhaufen

Ascheffel | Der Jupiter wird derzeit sehr hell angeleuchtet. „Er steht in Opposition und ist sehr schön zu sehen“, sagte Carsten Jonas aus Gettorf. Kein Wunder also, dass der Planet einer der Stars des 13. Aschberg-Frühjahrs-Teleskoptreffens (AFT) am Wochenende in Ascheffel war. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag war zudem noch ein Feuerball, ein sogenannter Bolide, am Himmel zu sehen. Carsten Jonas, Michael Glosa, Prof. Henning von Brandis, Mario Lehwald, Reinhard Lange und Christian Schulze hatten das Treffen organisiert und über 100 Astronomen kamen. „Es sind vor allem Hobby-Astronomen“, berichtete Jonas. „Einige haben aber auch einen wissenschaftlichen Schwerpunkt.“

Während in der Nacht neben dem Jupiter laut Carsten Jonas auch einige Kometen sehenswert seien, gab es auch tagsüber einiges zu beobachten. Die Sonne zum Beispiel. Aber hier ist Vorsicht geboten: Die Beobachtungen müssen mit speziellen Filtern oder Sonnenteleskopen erfolgen, da der Betrachter sonst in Sekundenschnelle erblinden könnte, betonte er. „Man muss wissen, was man tut.“ Tagsüber können die Astronomen Sonnenflecken und koronalen Massenauswurf, eine Sonneneruption, bei der Plasma ausgestoßen wird, sowie sogenannte Protuberanzen, heftige Materieströme auf der Sonne, beobachten. Ob Tag oder Nacht – „beides hat seinen Reiz“.

Carsten Jonas hat sich schon immer für Astronomie interessiert, erzählte er. Seit acht Jahren beschäftigt er sich intensiv damit. „Es ist irre faszinierend“, sagte der Gettorfer.

Unter den Astronomen gibt es verschiedene Typen: Es gib den visuellen, den Forscher, den Fotografen und den, der veränderliche Sterne beobachtet. Raffael Benner beobachtet. „Man muss das Sternenlicht direkt sehen, dann trifft es auch das Herz“, sagte der Plöner, dem der große Formenreichtum gefällt. Er war fast bei jedem Treffen auf dem Aschberg dabei, „um mit anderen den schönen Himmel zu genießen“. Sein Teleskop hat eine Brennweite von vier Metern und war in 1550 Nächten im Einsatz. Einige Milliarden Lichtjahre weit könne man damit sehen und bis einige hundert Millionen Lichtjahre Einzelheiten erkennen.

2,5 Milliarden Lichtjahre weit hat Michael Glosa schon ins Weltall geschaut und den Quasar 3C 273 beobachtet. Ein extrem leuchtkräftiger Kern einer Galaxie. „Ein tolles Ding“, sagte der Kieler. Er besitzt sechs Teleskope für verschiedene Anlässe. Was ihm an der Astronomie gefällt? „Man kann sehr weit ins Weltall gucken. Auch dorthin, wo nie ein Mensch hinkommt.“ Das Treffen biete sich an, um das Thema der Öffentlichkeit näher zu bringen.

Mit der Globetrotter Lodge sei es „eine perfekte Symbiose“, berichtete Carsten Jonas: „Uns stört es nicht, wenn tagsüber Menschen kommen und Globetrotter stört es nicht, nachts das Licht auszumachen.“ So wurde ab 22 Uhr beispielsweise die Zufahrt nicht beleuchtet und an der Treppe zur Veranstaltungsfläche das Licht ausgeschaltet, damit die Astronomen gute Sicht auf die Sterne hatten.

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