Eckernförder Bank : Die „vertraute Regionalität“

Frank Nissen (l.) und Sönke Saß lenken als Vorstände die Geschicke der Eckernförder Bank.
Frank Nissen (l.) und Sönke Saß lenken als Vorstände die Geschicke der Eckernförder Bank.

Die Eckernförder Bank blickt auf ein zufriedenstellendes Jahr zurück: Die Zahlen sind in allen Bereichen gestiegen.

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10. Januar 2018, 06:40 Uhr

Eckernförde | Die Vorstände der Eckernförder Bank, Frank Nissen und Sönke Saß, sind zufrieden: Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2017 entspricht der Planung, in allen Bereichen sind die Zahlen gestiegen. So weist die Bilanzsumme mit 383,6 Millionen Euro rund 16 Millionen mehr aus als im Vorjahr (367,8), und auch die Forderungen an die Kunden sind von 270,3 auf 275,1 Millionen Euro gestiegen. Die Eigenanlagen umfassen 84,9 Millionen Euro (2016: 74,2 Millionen) und die Verbindlichkeiten gegenüber den Kunden 291 Millionen Euro (2016: 274,8 Millionen). Auch die Zahl der Mitglieder ist gewachsen – von 7957 auf 8081 Ende 2017. Und der Kundenstamm hat sich um rund 2 Prozent auf 21 500 erweitert.

Das Jahr sei „zufriedenstellend“ gewesen und das trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch den anhaltenden Niedrigzins, steigende Regulatorik und zunehmenden Wettbewerbsdruck. Die drei Themen bleiben die zentralen Herausforderungen der Bank. „Wir müssen uns bewusst mit der Frage beschäftigen, wie wir uns auch künftig in diesem Umfeld behaupten können, zumal die Ergebnisse weiter zurückgehen werden“, so die beiden Vorstände. „Kosten senken“ ist das Stichwort, wobei Sönke Saß deutlich sagt: „Es sind keine Entlassungen geplant. Und wir werden nach wie vor in der Fläche präsent sein und unsere Filialen erhalten.“ 98 Angestellte zählt die Eckernförder Bank (inklusive Teilzeitstellen und Auszubildenden), neben der Hauptstelle in Eckernförde werden sechs Fililalen unterhalten.

Die voranschreitende Digitalisierung sehen die Vorstände als Herausforderung und Chance zugleich. Es machten sich Generationsunterschiede in der Kundschaft bemerkbar. Die junge Generation sei technikaffin und fordere Flexibilität. Beratungsgespräche über Skype seien nur ein Beispiel für Kundenkontakt der Zukunft. Frank Nissen betont aber: „Wir stehen weiterhin in den für persönliche Gespräche zur Verfügung. In Zeiten ausufernder Globalisierung bieten wir unseren Mitgliedern und Kunden ein Stück vertraute Regionalität.“

Um sich breiter aufzustellen, hat sich die Bank neben dem reinen Kreditgeschäft ein zweites Standbein aufgebaut: So erzielt sie nach dem Kauf der Alten Post Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Weitere Käufe sind derzeit nicht geplant. Saß: „Dort, wo es passt, schließen wir aber nicht aus, weiter tätig zu werden.“

Wie dagegen die Privatkunden ihr Geld bei dem aktuellen Niedrigzins am besten anlegen, können Frank Nissen und Sönke Saß nicht pauschal beantworten und empfehlen ein persönliches Gespräch mit einem ihrer Berater. Eine Anlage komme ganz auf die individuellen Verhältnisse an. Grundsätzlich gelte: Wer ein höheres Ergebnis erzielen will, muss risikobereit sein. „Aktienanlagen sind in Deutschland unterrepräsentiert.“

Immerhin: Auch, wenn die Eckernförder Bank schon seit eineinhalb Jahren bei der Europäischen Zentralbank einen Negativzins von minus 0,4 Prozent bezahlen muss, gilt weiterhin: „Für Privatkunden sind Negativzinsen nicht angedacht.“

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