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Eckernförder Zeitung

18. November 2017 | 03:39 Uhr

Helfer in Not : „Die Tafel wird gebraucht“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Finanzierung für neue Räume noch offen / Miet-Paten gesucht / Awo und DRK bestätigen Notwendigkeit

von
erstellt am 25.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Die Tafel in Gettorf öffnet heute um 10 Uhr zum vorerst letzten Mal ihre Türen, um bedürftige Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Zwar haben sich mittlerweile geeignete Räume in der Gemeinde gefunden, doch kann die Tafel die Miete von 400 Euro im Monat aus eigener Kraft nicht stemmen – die Suche nach möglichst vielen Paten, die den Betrag mit kleinen Beträgen zuverlässig decken, gestaltet sich schwierig.

Seit der Vorstellung dieser Idee durch Hanne Ockert und Barbara Neusüß, Gründungsmitglieder der Gettorfer Zweigstelle der Tafel, vor einer Woche (wir berichteten), ist die Resonanz potenzieller Unterstützer eher gering gewesen. Zwar hätten sie viele Bürger darauf angesprochen, dass die Tafel die Räume in der Bergstraße verlassen muss (EZ vom 1. März 2014). Feste Zusagen einer monatlichen finanziellen Hilfe waren jedoch sehr übersichtlich. Viele hätten Zweifel, dass Menschen in der Gemeinde auf die Tafel angewiesen sind, weiß Ockert.

Doch das ist der Fall, bestätigt Wulf-Dieter Stark-Wulf, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Gettorf und Umgebung. Er sei oft mit Menschen im Gespräch, die nur den Hartz-IV-Satz hätten, auch ältere Leute. Nicht selten seien die Betroffenen früh in eine schwierige Familiensituation gekommen, hätten durch Pflege eines Angehörigen keine Chance gehabt, weiter erwerbstätig zu sein. „Oftmals sind das die Frauen“, so Stark-Wulf. Auch wenn sie auf die Hilfe angewiesen seien, falle es den Betroffenen nicht leicht, diesen Schritt zu gehen. Die Hemmschwelle, zur Tafel zu gehen, gebe es ebenso wie bei der DRK-Kleiderkammer. Es sei sinnvoll, beide Angebote unter einem Dach einzurichten, schlägt Stark-Wulf vor. „Vielleicht ist die Situation der Tafel ein Ansatz für alle im Ort, über den Tellerrand zu gucken und gemeinsam Dinge zu entwickeln“, meint der Awo-Vorsitzende.

„Der Zulauf zeigt, dass die Tafel gebraucht wird“, findet auch Jutta Drümmer, Vorsitzende des DRK. Das Vereinshaus in der Herrenstraße biete allerdings keinen Freiraum, in dem die Tafel unterkommen könnte. „Man muss in alle Richtungen denken“, hat sie festgestellt und regt an, einen Standort im umgestalteten Gewerbegebiet Ravensberg zu suchen.

Die von Bürgermeister Jürgen Baasch zwischenzeitlich in Erwägung gezogenen Container, die am Bauhof übergangsweise für die Tafel aufgestellt werden könnten, lässt sich wegen der hohen Kosten für Transport, Miete und Anschlüsse an die Versorgungsleitungen nicht realisieren. Baasch möchte deshalb das Amt mit ins Boot holen und der Tafel einen Mietzuschuss von 150 bis 200 Euro gewähren. Abzurechnen wäre der über die Gemeindezugehörigkeit der einzelnen Bedarfsgemeinschaften, erklärt der Bürgermeister. Ein entsprechender Antrag und die Beratung auf Amtsebene stehen noch aus. Übergangsweise würde Baasch es begrüßen, wenn die Gettorfer Tafel in dem Raum am Bauhof, wo 2010 alles begann, weitermacht, bis eine neue Bleibe für die Ausgabestelle gefunden ist.

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