Die Stunde der Wahrheit

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Rekord bei Erwerbstätigen

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02. September 2017, 06:08 Uhr

Am Montag entscheidet der Kreistag über die Zukunft der Geburtshilfe und der Kinderstation in der Imland-Klinik Eckernförde. Sicher anzunehmen ist, dass die beliebte und mit über 800 Geburten stark nachgefragte Geburtshilfe mit einzigartiger Hebammenbesetzung erhalten bleibt. Allerdings nicht wie bisher als Belegabteilung, sondern als Hauptabteilung mit zwei Teilzeit-Chefärzten, die auch noch ihre Praxen in Eckernförde zu führen haben.  Das Ganze ist ziemlich vertrackt und hat nach der veränderten Gesetzgebung mit einem Mix aus Misstrauen und gegenseitigen Vorwürfen eine ungute Entwicklung genommen. Sogar die wackeren und bundesweit hoch gehandelten Hebammen standen im Fokus, vereinbarte Zahlungen wurden eingestellt, weil die Geschäftsführung diese als widerrechtlich einstufte. Nach diversen Mediationsrunden und angestrengten Diskussionen in Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung wurde zumindest ein Kompromiss ersonnen, der die Abteilung am Leben hält.

Weit schlimmer dürfte es am Montag für die Kinderstation werden. Sie droht geschlossen zu bleiben. Die drei Kinderbettchen sollen der großen Imland-Schwester in Rendsburg zugeschlagen werden, in Eckernförde soll ein pädiatrischer Konsildienst installiert werden. Die Klinik macht dafür wirtschaftliche Gründe geltend. Es gibt andere Berechnungen, die den Betrieb der Kinderstation als unerlässlich für die Akzeptanz der Geburtshilfe ansehen, die Mehrkosten würden durch eine noch stärkere Frequenz in der Geburtshilfe abgefedert. Weil Mütter sich sicher sein könnten, dort im Notfall schnelle und kompetente Hilfe für ihre Neugeborenen und ihre Kleinkinder zu erhalten, würden sie sich in noch größerer Zahl für Eckernförde entscheiden. Statt dieses Erfolgsmodell zu gefährden, sollte Imland die Pädiatrie so organisieren, dass Eckernförde erhalten bleibt, argumentieren die Befürworter der Kinderstation.

Zu denen auch die SPD-Kreistagsfraktion zählt. Sie verweist auf aktuelle Kreistagsbeschlüsse, appelliert an die Verantwortung des Kreises und möchte ihn mit bis zu 500  000 Euro Zuschuss pro Jahr in die Pflicht nehmen. Ob es dafür am Montag doch noch eine Mehrheit gibt?

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