Wilhelm Lehmann in Eckernförde : Die Stadt ehrt ihren Dichter

Dr. Beate Kennedy (l.) und Dr. Dorothee Bieske haben eine außergewöhnliche Ausstellung über Wilhelm Lehmann zusammengestellt.
Dr. Beate Kennedy (l.) und Dr. Dorothee Bieske haben eine außergewöhnliche Ausstellung über Wilhelm Lehmann zusammengestellt.

Das Museum Eckernförde zeigt vom 28. Oktober bis 6. Januar eine Sonderausstellung zum 50. Todesjahr von Wilhelm Lehmann. Hanns Zischler liest.

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26. Oktober 2018, 14:12 Uhr

Wilhelm Lehmann, Dichter, Lehrer, Bürger in Eckernförde, starb vor 50 Jahren am 17. November 1968. Dieses Datum nehmen die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft und das Museum Eckernförde zum Anlass, ihm eine Sonderausstellung zu widmen. Unter dem Titel „Der Wanderer und der Weg“, Wilhelm Lehmann (1882-1968) - wird die Ausstellung am Sonntag, 28. Oktober, um 11.30 Uhr im Museum eröffnet; sie dauert bis zum 6. Januar 2019.

Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske und Dr. Beate Kennedy als Vorsitzende der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft werden zur Einführung sprechen. Hanns Zischler liest Lehmanns „Die Kastanien“.

Vor gut einem halben Jahr begannen die Vorbereitungen für die aktuelle Jubiläumsausstellung. Museum und Literaturgesellschaft konnten zwar auf einen guten Fundus zurückgreifen, aber erst unter Mithilfe von Dr. Wolfgang Menzel, Jutta Johannsen und den Nachfahren des Dichters mit den Nachlässen Weigel-Lehmann und Lehmann-Sommerfeld konnte die aktuelle Vielfalt der Exponate erreicht werden. Dazu kamen Leihgaben aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek und der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf.

Viele bisher noch nicht gezeigte Exponate und Fotografien sind in dieser reichhaltigen Zusammenstellung zu sehen. Eine Gedenk-Ausstellung zu Leben und Werk eines Dichters wie Wilhelm Lehmann, das ist mit Sicherheit eine große Herausforderung für alle, die dieses Event vorbereiteten. Wenn man bedenkt, dass dem Museum Eckernförde lediglich zwei Räume für Ausstellungen zur Verfügung stehen, dann kann man nur staunen, zu welch klarem Konzept die Kooperation von Museum und Literaturgesellschaft führte. Bei der Fülle von Fotografien, Gemälden, Handschriftlichem und Gedrucktem, Mitgliedschafts – und Personalausweisen, bei so vielen Lebensspuren eines außergewöhnlichen Menschen – brauchte es sicher ein glückliches Händchen, das Wesentliche darzustellen.

Wie will man die Entwicklung eines Wilhelm Lehmann über alle Jahre augenfällig zeigen, ohne den Besucher zu verwirren? Es ist geglückt. An den Wänden hängen Banner mit Informationen zu den einzelnen Lebensabschnitten: Lehmanns Wirken als Lehrer und Schriftsteller, Reaktionen auf seine Mitgliedschaft in der NSDAP, seine expressive Naturlyrik, seine Romane „Der Überläufer“ und „Der Provinzlärm“, preisgekrönte Anerkennung, Akzeptanz, Würdigung und später Ruhm.

Der Besucher findet zahlreiche, zurückhaltend und aufschlussreich bestückte Glasvitrinen mit Fotos aus Kinder - und Ehejahren, mit Manuskripten und 17 Erstausgaben einiger seiner Bücher. An den Wänden hängen Portraits in Öl, Kohle und Fotografien. Und wie um alles abzurunden, gibt es nicht nur seine Stimme auf Tonband zu hören. In einem NDR-Film von 1958 erlebt man ihn eine halbe Stunde lang live in seinem Arbeitszimmer. Die Erinnerung lebt.

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