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Fusion der Grundschulen : Die Sprottenschule wird Wirklichkeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Zusammenlegung von Gorch-Fock-Schule und Grund- und Gemeinschaftsschule Süd am Wulfsteert ist in vollem Gange.

Eckernförde | Hier steht ein Baum, dort ist ein Zaun, doch Frank Müller von der Möbelspedition hat alles im Blick. Gekonnt umfährt er mit dem Lastwagen rückwärts alle Hindernisse, bis er direkt vor dem Eingang der Schule im Wulfsteert steht. Hier entsteht gerade die neue „Sprottenschule“.

Vier kräftige Männer packen mit an. Sie öffnen den Laderaum des Lkw, der vor allem viele Einzelteile offenbart. So richtig große Sachen sind nicht dabei. „Es ist nur viel“, sagt Frank Müller. „Viel Kleinkram.“

Seit Montag fahren die Möbelpacker mehrmals täglich zwischen dem Schulzentrum und dem Wulfsteert hin und her. Dort, wo einst die Albert-Schweitzer-Schule und später die Grund- und Gemeinschaftsschule Standort Süd war, wird die Gorch-Fock-Schule stückchenweise transplantiert.

Zum Glück erfolgt die OP nicht am offenen Herzen: Die Schüler sind nicht im Gebäude, sondern werden nach dem Grundsatz der „Schule am anderen Ort“ unterrichtet. An diesem Tag sehen sie sich auf Einladung des Internationalen Naturfilmfestivals Green Screen Filme in der Stadthalle an. An den anderen Tagen machen sie eine Noorwanderung, besuchen ein Schulkonzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals oder fahren zum Wildpark Eekholt. Immer dabei sind die Lehrer, einzig Schulleiterin Heinke Marquardt bleibt in der Schule und koordiniert den Umzug.

Und der ist gut organisiert. Die Spediteure wissen, welche Möbel und Kartons sie transportieren sollen. „Alles ist mit Punkten versehen und beschriftet“, erklärt Heinke Marquardt. „Grün mit Raumnummer heißt einpacken, Rot heißt entsorgen und Blau dalassen.“

Bis Sonnabend dauert der Umzug der Klassen- und Fachräume, am Montag folgt die Verwaltung. Werkraum, Carlo-Club und Materialraum sind schon komplett, es folgen noch die Klassenräume. Kaum sind die Tische und Stühle in Grundschulgröße an den Wulfsteert gezogen, wird am alten Standort im Schulzentrum das Mobiliar für die Peter-Ustinov-Schule aufgestellt. „Am Freitag sind die Schüler der Gorch-Fock-Schule zur Zeugnisübergabe noch einmal an ihrer alten Schule“, sagt Heinke Marquardt. „Dann auf großen Stühlen an großen Tischen.“ Und das war’s dann mit der Gorch-Fock-Schule. Letzter Auftritt.

Bis dahin wird aber nicht nur das Mobiliar vom Schulzentrum rübergeschafft, sondern auch innerhalb des neuen Standorts umgeräumt: Sechs Mitarbeiter der Stadtgärtnerei und zwei des Bauhofs räumen alle Zimmer aus, entrümpeln und sortieren neu. „Es wird ein Neubeginn für alle“, erklärt Heinke Marquardt. Nicht nur die Gorch-Fock-Schule zieht also um, sondern auch die GGS. „Es gibt eine komplett neue Raumverteilung, beide Schulen werden miteinander vermischt.“ Und weil die Möbel zwar umgeräumt, aber Schränke und Regale noch nicht eingeräumt sind, steht den Lehrern in den Ferien noch einiges bevor.

Im neuen Schuljahr gibt es nur noch eine Grundschule im Süden Eckernfördes. Die sieben Klassen am Wulfsteert sind dann schlagartig auf 16 angewachsen. 360 Kinder werden hier unterrichtet von 22 Lehrern. Und es ist nicht so, dass die Schule dann zu viel Platz hat: „Wir haben hier genau 16 Klassenräume plus Fachräume“, so Marquardt. „Es passt genau.“ Naja, nicht ganz: Der Musikraum, der bislang auch als Schulaula genutzt wurde, wird künftig für den Förderunterricht und das DaZ-Zentrum benötigt. Die Sporthalle muss dann als Aula dienen – bis das pädagogische Zentrum fertig ist: Der Innenhof soll als Multifunktionsraum hergerichtet werden.

Es klappt zwar alles gut, aber momentan liegen laut Heinke Marquardt die Nerven aller Beteiligten ziemlich blank. „Ich möchte das Wort Umzug erst einmal nicht mehr hören.“

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erstellt am 19.Jul.2017 | 06:11 Uhr

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