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Integration : „Die Sprache ist das A und O“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gemeinde Altenholz organisiert Sprachkurse für Asylbewerber

Sie kommen aus Eritrea, dem Irak, der Russischen Föderation, dem Kosovo, Serbien oder Tschetschenien. Sie sind zwischen zwei und sieben Monaten in Altenholz, können aber nur wenige Worte Deutsch verstehen. Mit einem Sprachintensivkursus für Asylbewerber in den letzten beiden Wochen der großen Ferien möchte die Gemeinde das ändern.

„Die Sprache ist das A und O, um sich im Alltag zurecht zu finden“, sagt Manfred Luckau, Leiter des Amtes für Bürgerdienste. „Und der erste Schritt zur Integration“, fügt Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) hinzu. Um so erfreuter waren beide, dass sie mit Kerstin Brodersen von der der Förde-VHS kurzfristig eine Dozentin fanden und die Fraktionsvorsitzenden für die Finanzierung die Bereitstellung von 690 Euro im Haushalt signalisierten. Die 25 Erwachsenen unter den derzeit 44 von der Gemeinde aufgenommenen Asylbewerbern wurden angeschrieben – 15 meldeten sich an. Dazu kamen zwei aus dem Amtsbereich Dänischenhagen. „Es ist toll, alle machen richtig prima mit“, sagt Kerstin Brodersen, die schon seit 15 Jahren solche Kurse gibt. Dass die Gemeinde den Frauen und Männern den schulischen Anschluss ermögliche, obwohl sie erst seit kurzem hier sind, begrüßt sie sehr – einen Anspruch auf Deutschunterricht haben sie noch nicht. Brodersen geht es nicht um die komplette Alphabetisierung, sondern um eine „Handlungsorientierung fürs Alltägliche“. Brodersen: „Verstehen und sprechen hat oberste Priorität. Schreiben kommt später.“ Hin und wieder komme es auch vor, dass Teilnehmer eine Frage nicht verstehen. Aber dann helfen sie sich untereinander oder „mit Händen und Füßen“, berichtet die Dozentin und lacht.

Sowohl sie, als auch Bürgermeister und Fachbereichsleiter würden es begrüßen, wenn es im Anschluss an den Intensivkursus eine Fortsetzung geben würde. Eine Vorbereitung für einen Kursus mit Nachweis über die erworbenen Sprachkenntnisse werde angestrebt, teilt Ehrich weiter mit.

Neben dem Verständnis der Sprache ist die Möglichkeit, Wege selbstständig erledigen zu können, ein großer Wunsch der Asylbewerber, weiß der Verwaltungschef. Daher würden Fahrräder dringend gesucht. Noch in dieser Woche steht eine Überprüfung der Räder aus dem Fundbüro an, die nicht abgeholt wurden. Sind welche darunter, die für eine weitere Verwendung in Frage kommen, sollen sie den Asylsuchenden zur Verfügung gestellt werden, kündigt Ehrich an. Darüber hinaus sind Spenden aus der Bevölkerung willkommen.

Sorge bereitet dem Bürgermeister die Unterbringung. Die ist dezentral geregelt, das heißt die Gemeinde hat verschiedene Wohnungen dafür angemietet. Wenn man sich die Nachrichten anschaue, sei davon auszugehen, dass weitere Flüchtlinge zu erwarten seien. „Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr noch zehn bis 15 Personen vom Kreis zugewiesen bekommen“, sagt Ehrich. Doch schon jetzt habe die Gemeinde keine Wohnungen mehr zur Verfügung. Eine Pension habe bereits freundlicherweise ausgeholfen. Auch Container seien denkbar, so Ehrich – allerdings nur als Notlösung.

Wer Wohnraum anzubieten hat, meldet sich im Ordnungsamt der Gemeinde bei Bianca Hess unter Tel. 0431/3201 400 oder Finn-Rasmus Darge unter -414.

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erstellt am 19.Aug.2014 | 08:00 Uhr

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