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Eckernförder Zeitung

19. August 2017 | 09:38 Uhr

Erweiterungsbau : Die Spannungen bleiben

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses: Runder Tisch soll Klärung zwischen Wehr und Gemeinde bringen.

Barkelsby | Die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses ist in Barkelsby ein Thema mit hohem Konfliktpotenzial. So war denn auch das Interesse an der Sitzung des Bau-, Umwelt- und Wegeausschusses am Mittwochabend groß. 18 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr hatten den Weg in den Gemeindetreff gefunden, unter ihnen befand sich auch der Gemeindewehrführer Jens Nommels. Ihre Aufmerksamkeit galt dem Tagesordnungspunkt fünf „Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Barkelsby“. Da aber auch an diesem Abend die Wogen zwischen Gemeinde und Feuerwehr erneut hochzuschlagen drohten, einigte man sich auf die Verschiebung des Themas. Zwecks Erörterung aller Sichtweisen und Meinungen soll in Kürze eine nicht öffentliche Sitzung einberufen werden, an der neben der Wehrführung auch der Kreisbrandmeister sowie alle Gemeindevertreter einschließlich des Bürgermeisters teilnehmen sollen. In dieser Runde soll eine tragfähige Lösung erarbeitet werden, die auf der nächsten Gemeindevertretersitzung am 24. September verabschiedet werden kann. Zuvor votierte der Ausschuss einstimmig für das zweite Konzept für den Erweiterungsbau.

Ein erstes Konzept des Architekturbüros Wohlenberg zur Erweiterung mit einem finanziellen Volumen von 210  000 Euro hatte der Bauausschuss auf seiner Sitzung am 20. Mai einstimmig der Gemeindevertretung zur Annahme empfohlen. Diese hatte den entsprechenden Tagesordnungspunkt am 4. Juni ohne Beschluss von der Tagesordnung genommen (wir berichteten). Ausschussvorsitzender Sönke Greve (Freie Wählergemeinschaft Barkelsby, FWB) leitete am Mittwochabend das Thema ein: „Wir mussten Alternativen suchen, wie wir unseren Verpflichtungen gemäß der Feuerwehrunfallkasse nachkommen können.“

Zur Diskussion stand am Mittwochabend ein zweites, abgespecktes Konzept des Architekten Wohlenberg, das ein Volumen von 115  000 Euro aufweist. Es sieht einen Anbau an der linken Seiten des Feuerwehrgerätehauses ebenso vor wie Umkleideräume und einen Lagerraum. Aufgrund des neu angeschafften Löschfahrzeugs MLF 1/5 verfügt die Feuerwehr jetzt über drei Fahrzeuge (wir berichteten). Das Mehrzweckfahrzeug (MZF) soll deshalb in einem Carport an der Hauptpumpstation „An der Aue“ einen neuen Stellplatz finden.

Auf die Frage aus dem Gremium, ob die Wehrführung von diesem neuen Konzept weiß, antwortete Greve: „Die Wehrführung ist informiert.“

Eine Aussage, die den Gemeindewehrführer auf den Plan rief. „Fakt ist, dass ich das Konzept zwei bis jetzt noch gar nicht gesehen habe“, sagte Jens Nommels mit Nachdruck. Als er zu weiteren Erklärungen ansetzen wollte, entzog der Ausschussvorsitzende ihm das Wort mit der Begründung: „Du kannst schriftlich etwas vorlegen.“ Nommels reagierte: „Ich habe 100 Mal angeboten, mit der Gemeinde zu sprechen. Mit mir hat bisher keiner gesprochen.“ Greve dazu: „Vonseiten der Wehrführung wurde uns die Pistole auf die Brust gesetzt. Wir handeln jetzt – meiner Meinung nach auch im Einvernehmen“, so Greve. Er forderte den Bürgermeister auf: „Such bitte das Gespräch mit Jens, du bist der Dienstherr.“

Das Gremium folgte schließlich dem Vorschlag von Christian Levien (SPD), sich mit der Wehrführung zu einer Gesprächsrunde zu treffen. Bauamtsleiter Norbert Jordan unterstützte diesen Vorschlag. Brandschutz gehöre zu den pflichtigen Selbstverwaltungsaufgaben einer Gemeinde, für das die Gemeinde den Rat des Gemeindewehrführers vor Ort brauche. Es gelte „im Dialog zu schauen, was dringend notwendig ist“, so Jordan.

„Es sind einzelne Personen, die sich bei diesem Thema aneinander reiben“, sagte Greve. In dem nicht öffentlichen Treffen solle alles in Ruhe erörtert werden, ohne weitere Fronten aufzubauen. Bürgermeister Fritz-Wilhelm Blaas (FWB) äußerte sich am Mittwochabend nicht. Auf Nachfrage sagte er: „Das Argument, ich sei feuerwehrfeindlich, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.“ Er verwies auf die Anschaffung des neuen MLF und der Stellplätze für die Wehr. Dem Treffen stehe er positiv gegenüber. „Da kommt viel Fachkompetenz zusammen,“ so Blaas. „Wir werden eine Lösung finden“, ist sich der Bürgermeister sicher.

 

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erstellt am 04.Sep.2015 | 05:34 Uhr

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