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erste schulassistentin in eckernförde : Die Schulassistentin ist für jedes Kind da

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Pia Monika Behrendt-Tiedge hat ihre Arbeit an der GGS, Standort Süd, aufgenommen. Nach einer Eingewöhnungsphase werden in Absprache mit dem Kollegium ihre Einsatzpläne festgelegt.

shz.de von
erstellt am 26.Jan.2016 | 05:44 Uhr

Eckernförde | Die Grund- und Gemeinschaftsschule, Standort Süd (GGS), ist die erste Grundschule im Ostseebad, der das Land einen Schulassistenten zur Seite gestellt hat. Seit dem 18. Januar arbeitet Pia Monika Behrendt-Tiedge (54) als neue Kollegin im Team. Die Erzieherin unterstützt die Schüler bei ihrer Organisation im Schulalltag, sei es bei der Umsetzung von Arbeitsaufträgen oder der Verwendung von Arbeitsmaterial, und fördert das soziale Verhalten aller mit dem Ziel der besseren Integration in den Klassenverband.

Noch befindet sich die Eckernförderin in der Eingewöhnungsphase. In jeder der sieben Grundschulklassen nimmt sie einen ganzen Vormittag am Unterricht teil, damit die Kinder sie in Ruhe kennenlernen können. „Danach erstellen wir einen Plan, welche Klasse welche Unterstützung benötigt“, erklärt Karen Schmidt, Grundschulkoordinatorin der GGS-Süd.

Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres setzt das Land nach und nach die politische Entscheidung der Schulassistenz an Grundschulen um. Mit 13,2 Millionen Euro pro Jahr wird das Projekt finanziert. Im Vergleich zur Schulbegleitung, die sich auf Begleitung eines einzelnen Kindes bezieht, fördert die Schulassistenz die Schüler systemisch. „Sie stellen eine multiprofessionelle Hilfe für die Schulen dar“, sagt Anne Dube, Schulrätin des Schulamtes des Kreises Rendsburg-Eckernförde, „es geht nicht um Nachhilfe, sondern um Assistenz.“

Unterrichten und Noten vergeben dürfen Schulassistenten nicht, auch keinen Vertretungsunterricht leisten. „Ich begegne den Schülern völlig wertfrei“, so Behrendt-Tiedge. Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen von sechs bis 21 Jahren hat sie in München gesammelt, als sie in sozialpädagogischen Freizeiteinrichtungen gearbeitet hat. Ihre jetzige Stelle beinhaltet 24 Wochenstunden – davon ist sie vier Stunden an der Gorch-Fock-Schule tätig.

Grundschulkoordinatorin Karen Schmidt kann sich sehr viele Einsatzmöglichkeiten der neuen Mitarbeiterin vorstellen. Beispielsweise als Ansprechpartnerin für die Kinder auf dem Pausenhof in Konfliktfällen und im Vorraum des Klassenzimmers, wenn die Jacken und die Schuhe ausgezogen werden müssen und eine gewisse Ordnung gehalten werden muss, bevor es in den Klassenraum geht. Da gehe es teilweise kindgemäß turbulent zu, und das eine oder andere Kind benötige eine gewisse Ansprache, was für die Lehrkraft in der erforderlichen Weise nicht immer machbar sei. „Dieses Zerreißen der Kollegen zwischen Vorraum-Situation und Klassenzimmer könnte wegfallen. Und die Kinder könnten weitaus entspannter in die Klasse kommen und sind aufnahmebereiter“, so Schmidt. Im Unterricht könne die Schulassistentin bei Bedarf einzelnen Schülern beispielsweise Motivationshilfe geben.

Eine große Hilfe könne die neue Kollegin auch für die 25 Flüchtlingskinder bedeuten. In jeder Klasse nehmen Flüchtlingskinder neben ihrem zweistündigen DaZ-Unterricht am regulären Unterricht teil. Da heißt es, sich ganz langsam heranzutasten, sagt Behrendt-Tiedge, da man die Traumata der Kinder überhaupt nicht kenne. „Ich glaube, dass jede Schule sich über eine solche Unterstützung freut“, so Karen Schmidt. Sie verspricht sich von der Arbeit der Schulassistentin eine Entspannung in vielen Alltagssituationen, die vor allem den Schülern zugute kommen soll.

 

Die neuen Schulassistenten

Auch die drei weiteren Grundschulen in Eckernförde bekommen Schulassistenten vom Land gestellt. Am 1. Februar beginnt Inger Radtke (41)  an der Gorch-Fock-Schule.   Mit vier Wochenstunden ist Pia Monika Behrendt-Tiedge (54), Schulassistentin an der Grund- und Gemeinschaftsschule, Standort Süd,  ebenfalls an der  Gorch-Fock-Schule beschäftigt.

An der Fritz-Reuter-Schule nimmt Ulrich Weiss (70) seine Arbeit zum zweiten Schulhalbjahr als Schulassistent auf.

 Für die Richard-Vosgerau-Schule steht der Kandidat noch nicht fest. Das Auswahlverfahren laufe noch, so die Schulleiterin Bettina Köpke.  Die Entscheidung solle ihrer Kenntnis nach in zwei Tagen fallen. Die Schulleiterin  kritisiert das Vorgehen  in Bezug  auf  die Kandidatenauswahl: „Wir als Schule  wären gerne am Auswahlverfahren beteiligt gewesen.“ Für dieses ist das Förderzentrum der Pestalozzi-Schule zuständig.sks

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