DLRG in Eckernförde : Die Retter in Rot

Die Bootsbesatzung der DLRG: Jannik Fischer (17), Sebastian Kernich (21) und Tom Thun (18). Fotos: Franziska Scharf
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Die Bootsbesatzung der DLRG: Jannik Fischer (17), Sebastian Kernich (21) und Tom Thun (18). Fotos: Franziska Scharf

Bisher mussten die ehrenamtliche Helfer der DLRG 140-mal Erste Hilfe am Strand leisten – oft wegen Schnittwunden oder abgetriebener Badegäste auf Luftmatratzen.

shz.de von
24. Juli 2018, 06:01 Uhr

Eckernförde | „01 von 92 - Hilfebedürftige Person, Schwimmer im Wasser, Position 50 Meter hinter Seebrücke.“ Einsatz für die Rettungsschwimmer der DLRG (Deutsche Lebensrettungs- Gesellschaft) am Eckernförder Strand. Die drei Mann starke Besatzung eilt zum Motorrettungsboot, um so schnell wie möglich am Unfallort zu sein. Währenddessen schnappt sich Tim Fiehn (18) den Gurtretter – einen flexiblen Auftriebskörper, der vor der Brust des Verunfallten befestigt werden kann und somit den Verbleib an der Wasseroberfläche sichert – und rennt ins Wasser, um zur hilfebedürftigen Person zu schwimmen. So könnte ein Alarmspruch während des Wachdienstes von 9 Uhr bis 18 Uhr lauten. Hier hat der Wachturm (92) die Hauptstation der DLRG (01) über den Vorfall informiert.

Die Saison für die größte Wasserrettungsorganisation Deutschlands startet in Eckernförde jedes Jahr am 15. Mai und endet am 15. September. Björn Fischer (44), Abschnittsleiter und Vorsitzender der Gliederung des Ortsvereins, berichtet, dass es seit Anfang dieser Saison schon 140 Erste-Hilfe-Fälle, 15 abgetriebene Badeurlauber auf Luftmatratzen und zehn verloren gegangene Kinder gab. Dabei muss das nicht sein: „An der DLRG-Station können Kindersucharmbänder empfangen werden“, sagt Björn Fischer. „Diese werden mit der Telefonnumer der Eltern in unserem System registriert.“

Bei den Erste-Hilfe-Fällen handelt es sich meist um kleinere Schnittverletzungen, Kreislaufprobleme oder Berührungen mit Qaullen. Wachleiter Frederik Overkamp (29) sagt: „Bei Berührungen mit Feuerquallen hilft nur Rasierschaum. Der wird auf die betroffene Stelle aufgetragen und anschließend, sobald er getrocknet ist, mit einem Holzstäbchen abgeschabt, um die Nesselzellen von der Haut zu entfernen.“

Für alle Urlauber gibt es Hilfe jeglicher Art von den ehrenamtlichen Helfern in Rot. Immer 20 versehen gleichzeitig ihren Dienst, viele von ihnen opfern ihren Urlaub dafür.

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