Pflasterung : Die Politik will einen neuen Gänsemarkt

So sah der Planungsstand zum Gänsemarkt im Jahr 2007 aus. Damals waren eine Wasserrinne und ein gläserner Pavillon im Gespräch. Er ist heute kein Thema mehr.
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So sah der Planungsstand zum Gänsemarkt im Jahr 2007 aus. Damals waren eine Wasserrinne und ein gläserner Pavillon im Gespräch. Er ist heute kein Thema mehr.

Der Bauausschuss stimmt fraktionsübergreifendem Antrag zu: Der Gänsemarkt soll neu überplant werden. Eine „Teppich-Lösung“ mit andersfarbiger Pflasterung ist im Gespräch.

shz.de von
23. Januar 2015, 06:57 Uhr

Schon einmal hatten Politik und Verwaltung vor, Gänsemarkt, Rathausmarkt und Kirchplatz neu zu gestalten. 2007 war das, doch kaum waren die Pläne fertig, verschwanden sie auch wieder in der Schublade – die Stadt hatte kein Geld dafür übrig. Doch seit einiger Zeit kocht das Thema wieder hoch, es gründete sich der interfraktionelle „Arbeitskreis Innenstadt“, in dem alle in der Ratsversammlung vertretenen Gruppierungen, der Seniorenbeirat und der Beirat für Menschen mit Behinderung Mitglieder sind.

Der Arbeitskreis unter der Leitung des Ratsherren Martin Klimach-Dreger (SPD) orientiert sich an den damaligen Ergebnissen des städtebaulichen Wettbewerbs: Der Entwurf des Architektur-Büros Zastrow & Zastrow sehen unter anderem eine rote Passepartour-Pflasterung mit einem andersfarbigen „Teppich“ („Wie ein Perserteppich auf dem Dielenboden“) und ein Wasserspiel vor.

Im Bauausschuss am Mittwochabend haben alle in der Ratsversammlung vertretenen Parteien deshalb einen gemeinsamen Antrag zur erneuten Überplanung des Gänsemarktes und der sich anschließenden Fläche bis zur Alten Post eingereicht – und ihm auch unisono zugestimmt: Die Verwaltung soll die Planungsergebnisse sowie eine Kostenaufstellung zur Beschlussfassung im Bauausschuss vorlegen.

Dabei sollen nach Möglichkeit folgende Ergebnisse der interfraktionellen Arbeitsgruppe einbezogen werden: Der Platz soll als solcher erfahrbar sein, also von Menschen belebt und nicht übermöbliert werden. Die Pflasterung des Platzes soll barrierefrei sein und sich farblich deutlich von der umgebenen Pflasterung abheben. Gewünscht ist, dass der „Teppich“ in die Kieler Straße hineinreicht und ein Wasserspiel mit interaktiven Elementen installiert wird. Bei einer reinen Brunnenlösung sollten zusätzliche Spielgeräte installiert werden. Es soll eine zusammenhängende, bespielbare Fläche geschaffen werden mit den technischen Voraussetzungen für die Nutzung als Veranstaltungsfläche. Der Wurzelberich der drei Ortsbild prägenden Linden soll durch ein durchgängiges Podest geschützt und überbaut werden. Dieses Podest soll auch für zeitlich begrenzte Stände oder für Aufführungen jeglicher Art genutzt werden können. Die Außengastronomie soll erhalten bleiben, Sitzmöglichkeiten und Bänke eingeplant werden. Zusätzlich soll geprüft werden, ob eine öffentliche Trinkwasserstelle eingerichtet werden kann.

Martin Klimach-Dreger erläuterte den Antrag und auch, warum mit dem Gänsemarkt begonnen werden soll: „Es liegen unterschiedliche Besitzverhältnisse vor. Beim Gänsemarkt allerdings sind sie klar. Hier können wir schnell vorangehen.“ Beim Kirchplatz müssten Politik und Verwaltung Gespräche mit der St.-Nicolai-Gemeinde führen und eine Einigung finden.

Die Kieler Straße als Verbindungsstück zwischen den Plätzen soll gepflastert werden wie in der Langebrückstraße/ Frau-Clara-Straße/ Mühlenstraße/ Taterberg. Dabei soll die Fischrinne fortgeführt und „herausragende, besondere Situationen durch Teppiche unterlegt“ werden. Das kann die Sitzgruppe vor Schuh Krohn oder die Wassersäule vor der Alten Post sein. Und auch die taktilen Elemente sollen fortgeführt werden.

Die Frage, ob der seit über 30 Jahren am Gänsemarkt ansässige Obst- und Gemüsestand weiterhin Platz findet, konnte Martin Klimach-Dreger weder bejahen noch verneinen. Dazu sei es noch zu früh.

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