So soll es mal aussehen : Die Nooröffnung wird konkret

Etwa 150 Bürger gingen mit den Planern auf einen Spaziergang über die künftige Nooröffnung und erhielten immer wieder Informationen, wie sie später einmal aussehen könnte.
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Etwa 150 Bürger gingen mit den Planern auf einen Spaziergang über die künftige Nooröffnung und erhielten immer wieder Informationen, wie sie später einmal aussehen könnte.

150 Bürger habe sich am „Planungsspaziergang“ der Verwaltung über das Gelände der Nooröffnung mit Informationen aus erster Hand beteiligt.

shz.de von
30. Mai 2018, 06:10 Uhr

Eckernförde | Theoretisch könnte noch in diesem Jahr mit dem Ausheben der neuen Wasserfläche für die Nooröffnung begonnen werden – wahrscheinlicher ist jedoch das Jahr 2019. Um die Öffentlichkeit über die Umsetzung des städtebaulichen Projekts zu informieren, bei dem wieder wie vor 100 Jahren eine (fast) offene Wasserverbindung zwischen Windebyer Noor und der Ostsee hergestellt wird, hatte die Stadt gestern zu einem „Planungsspaziergang“ durch das Gebiet eingeladen, und etwa 150 Bürger waren gekommen. Martin Keßler vom Planungsbüro „kessler.krämer Landschaftsarchitekten“ (Flensburg), der den Spaziergang abwechselnd mit Boris Lass vom Beratungsbüro „Merkel Ingenieur Consult“ (Kiel) moderierte, hatte zunächst Mühe, sich mit seiner Stimme durchzusetzen, bis Eckernfördes Touristik-Chef Stefan Borgmann ein Megafon aus der Tasche zauberte.

Im Mittelpunkt stand das, was durch den derzeitigen Planungsstand abgesichert ist: der Aushub der Wasserfläche. Sie soll von dem Ende der Norderhake 50 Meter weiter bis zum Steindamm führen, zwischen 10 und fast 40 Meter breit und 2 Meter tief sein. Erst dort wird wieder ein Siel mit Steuerungselementen zur Regelung des Wasserdurchlasses installiert. Für das Noor soll das laut Boris Lass nur positive Folgen haben. Deshalb würden die Auswirkungen genau in Abstimmung mit Wasser- und Naturschutzbehörde beobachtet und bei Bedarf eingegriffen.

Die Verwaltung hatte die Umrisse der künftigen Nooröffnung mit Flatterband abgesteckt, um auch in den kommenden Tagen eine Vorstellung der Ausmaße zu geben. Die Reeperbahn soll verschwenkt werden und die Fahrbahn über den Steindamm führen. Hier soll eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h eingeführt werden. Der Verkehr soll möglichst über die B 76 abgeleitet werden.

Am Steindamm sind die sogenannten Noorterrassen geplant: Rasenstufen mit einigen Bäumen, die bis ans neue Wasser hinunterführen. Für das Westufer der Nooröffnung ist eine parkähnliche Anlage mit Wanderweg, Spielplatz sowie Bänken und Tischen vorgesehen. Auch ein öffentlicher Steg soll durch das Schilf ins Wasser führen. Das Ostufer dagegen – dort, wo die Wohnbebauung mit rund 100 Mietwohnungen geplant ist – soll eine harte, steinerne Kante erhalten. Hier ist eine drei Meter breite Promenade direkt am Wasser vorgesehen. Für Fußgänger und Radfahrer soll ein Weg vom Pferdemarkt neben der Bahntrasse an der Nooröffnung vorbei bis zum Bahnhof führen. Zwei neue Brücken über die Noorstraße und die Norderhake sollen das ermöglichen. Die Reeperbahn wird zwischen Schulweg und Steindamm mit rotem Klinker versehen, die Fahrbahn verengt, mehr Raum für Gehwege und Grünzonen gewonnen.

Der aktuelle Stand: Es besteht Baurecht für den Aushub der etwa 8000 Quadratmeter großen Wasserfläche, doch zunächst muss ein Förderantrag beim Bund-Länder-Programm „Stadtumbau West“ gestellt werden. Wenn dem stattgegeben wird, kann es an die Ausführungsplanung und europaweite Ausschreibungen gehen. „Das sind jedoch Verfahrensschritte, auf deren Dauer wir keinen Einfluss haben“, sagt Projektleiterin Alexandra Dahmen von der BIG Städtebau in Kronshagen. Es könnte also auch noch bis zum nächsten Frühjahr dauern, bis die ersten Bagger anrollen. Ein Kostenvoranschlag nannte vor mehreren Jahren eine Summe in Höhe von 1,7 Millionen Euro für die Erstellung der Wasserfläche. Die geplanten Mietwohnungen können erst nach der Erstellung der Wasserfläche gebaut werden. Für sie arbeiten Politik und Verwaltung noch an einem Bebauungsplan.

Im Anschluss an den Spaziergang konnten sich die interessierten Bürger weitere Pläne im Ratssaal ansehen, die Planer und Bauamtsmitarbeiter direkt zu einzelnen Themen befragen und Anregungen geben. Auch Bürgermeister Jörg Sibbel stand für Informationen bereit. Insgesamt herrschte bei den Bürgern eine positive Stimmung, sowohl dem Projekt als auch der Veranstaltung gegenüber. „Eine Superidee, die den ganzen Bereich aufwertet“, fand die Eckernförderin Jutta Petersen. „Die Leute werden sich sicher um die Wohnungen dort reißen.“ Das sollen auch die mit einem kleinen Geldbeutel tun: Von den etwa 100 geplanten Wohnungen sollen 25 Prozent öffentlich gefördert werden (sozialer Wohnungsbau). Die Häuser sollen zwischen Wasserfläche und Reeperbahn entstehen, während am Schulweg auch Mischnutzung mit Gewerbe und Wohnen möglich sein soll.

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