Die Natur im Biotop erlebbar machen

Eine Hinweistafel zeigt auf, wie sich das Biotop am Fasanenweg entwickeln soll. Foto: lauterbach
Eine Hinweistafel zeigt auf, wie sich das Biotop am Fasanenweg entwickeln soll. Foto: lauterbach

Avatar_shz von
23. Dezember 2009, 09:46 Uhr

Gettorf | Die weltweite Sorge um Umwelt und Klima war auch in der jüngsten Bauausschusssitzung der Gemeinde Gettorf zu spüren. Und so stieß der Vortrag von Wolfgang Miethke vom Arbeitskreis Umweltschutz Gettorf (AUG), der sich seit 1987 für den Landschafts- und Naturschutz im Gemeindegebiet einsetzt und mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde auch die Renaturierung des Biotops am Fasanenweg vorangetrieben hat, auf großes Interesse.

Uneingeschränkt begrüßte man das ehrenamtliche Engagement des Arbeitskreises und hielt das Projekt, für das die Gemeinde bereits 10 000 Euro zur Verfügung gestellt hat, auch weiterhin für finanziell unterstützenswert. Anhand von Fotos informierte Miethke noch einmal umfassend über die positive Entwicklung des Biotops, die nach Umsetzung der Vorschläge des beauftragten Landschaftplaners Rüdiger Ziegler bereits erkennbar ist. Schon bei der Begehung im Juli 2007 habe man festgestellt, dass die ökologische Qualität des Areals mit eintöniger, monotoner Bepflanzung mit dichtem Ahornbestand und standortfremden Hybridpappeln, die keine Strauchschicht zuließ, mit verhältnismäßig wenig Aufwand erheblich zu verbessern sei. Mit dem Ziel, die für Gettorf typische Niedermoorlandschaft mit einem mehrstufigen Mischwald zu erhalten, wurden der Ahornbestand ausgelichtet, Pappeln geringelt und dem Absterben überlassen, um Totholz als Unterschlupf für Insekten zu schaffen, ein neuer Teich angelegt, die Böschung des Grabens zum Teil abgeflacht und das Gewässer mäandern lassen. "Das muss sich jetzt in den Jahren entwickeln", erklärte Miethke.

Um das Umweltbewusstsein der Menschen zu fördern und die Natur erlebbar zu machen, wurde bereits ein Schild aufgestellt, das zeigt, wie sich das Biotop entwickeln soll. Überdies möchte der Arbeitskreis einen Spazierweg entlang des Grabens einrichten. Der dafür erforderliche Zaun würde die Gemeinde etwa 1500 Euro kosten. Kurt Arndt (SPD) dankte dem Arbeitskreis, der viel Herzblut in das Projekt gesteckt habe. "Man sieht, dass man mit relativ wenig Mitteln und viel ehrenamtlichem Einsatz eine Menge erreichen kann", sagte er. Es würden sowohl Rückzugsräume für Tiere als auch Erholungsraum für die Menschen geschaffen. "Ich hoffe, dass wir noch viele solche Projekte verwirklichen können. Zum Schutz unserer Flora und Fauna und für unsere Bürger." Der Bauausschussvorsitzende Jens-Uwe Delfs (CDU) räumte ein, dass sich seine Partei zunächst schwer getan habe mit der Finanzierung. "Doch das, was ihr da geschaffen habt, ist mindestens das Doppelte wert", sagte er. "Es ist schön zu beobachten, was sich da entwickelt. Auch wir stehen dem Ansinnen positiv gegenüber." Er empfahl dem Arbeitskreis Umweltschutz eine Kostenaufstellung einzureichen, damit die Mittel zur Errichtung des Zauns in den Haushalt 2010 aufgenommen werden können.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen