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Zeitzeugen berichten: : Die Nachkriegsjahre in Gettorf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mühlenverein lädt zu Themenabend ein / Einstieg mit Dokumentarfilm von Kay Gerdes

von
erstellt am 04.Jun.2015 | 06:12 Uhr

Immer weniger Zeitzeugen haben Kriegsende und Nachkriegsjahre noch miterlebt. Der Gettorfer Mühlen- und Verschönerungsverein will sie morgen ab 19.30 Uhr in der Mühle Rosa zu Wort kommen lassen. „Zeitzeugen berichten – Die Nachkriegsjahre in Gettorf“ ist das Thema. Die Organisatoren Hans-Christian Sacht und Brigitte Rumpf wünschen sich nach den anregenden Schilderungen eine Gesprächsrunde, damit auch die Besucher ihre Eindrücke aus dieser Zeit einfließen lassen können. Für jüngere Menschen bietet sich so eine der letzten Gelegenheiten, Zeitzeugen zuzuhören und zu befragen.

Nach Flucht, Vertreibung und den Schrecken des Krieges begann für viele Menschen auch in Gettorf der Frieden mit dem täglichen Kampf ums Überleben. In Notunterkünften und Barackenlagern herrschten Zustände, die sich heute viele Menschen nicht mehr vorstellen können. Hunger, Kälte und fehlender Wohnraum beherrschten den Alltag. Aber in ihrem Fluchtgepäck hatten die Menschen auch kaum zu verarbeitende und traumatisierende Erlebnisse von Krieg, Flucht und Vertreibung, die das Verhalten der Menschen und das ihrer nachfolgenden Generationen unbewusst geprägt hat. Das Erzählen und das Wissen um diese Erlebnisse kann zur Verarbeitung und zum Verständnis nachfolgender Generationen beitragen, sind sich Experten einig. Oft wurden schreckliche Eindrücke des Krieges und der Flucht verdrängt, nicht selten lösen sie im Alter gesundheitliche Störungen aus. Zu Beginn der Veranstaltung lässt Dokumentarfilmer Kay Gerdes (NDR) in seinem Film „Die Jahre danach“ über Flucht, Vertreibung und Nachkriegsjahre in Schleswig-Holstein Zeitzeugen zu Wort kommen, die aus ihrer Sicht schildern, wie sie den Alltag bewältigten, wie sie sich in ihrer neuen Heimat aufgenommen fühlten und wie sie sich mehr oder weniger schnell einlebten. Behelfsmäßig wurden überall in Stadt und Land Räume hergerichtet, um den Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten – und sei es für 28 Menschen in einem Zimmer.

Hans-Christian Sacht wird danach die Situation in Gettorf nach dem Kriege schildern. Die Einwohnerzahl stieg von 1700 vor dem Krieg auf 4300 im Frühjahr 1946. Bereits im März 1945 traf der erste Treck von Flüchtlingen ein, die zunächst auf den Bauernhöfen unterkamen. Einheimische rückten zusammen, Barackenlager – wie an der Kirchhofsallee – entstanden. Zeugen, die diese Zeit in Gettorf miterlebt haben, kommen zu Wort. Christel Bahr, Alida Templin und weitere gehören dazu.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Tafel in Gettorf wird gebeten.

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