Tafel : „Die Nachfrage wird immer größer“

Nehmen regelmäßig das Tafel-Angebot in Anspruch: Alayham Mahfoud, Abdulbaki Ahmad und Mofid Labad aus Syrien (v.l.)
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Nehmen regelmäßig das Tafel-Angebot in Anspruch: Alayham Mahfoud, Abdulbaki Ahmad und Mofid Labad aus Syrien (v.l.)

Das Angebot der Eckernförder Tafel wird immer stärker nachgefragt. Auch Flüchtlinge versorgen sich zunehmend über die Tafel.

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05. Dezember 2014, 05:56 Uhr

Was die Menschentraube vor dem Eingang des Neubaus im Saxtorfer Weg 18 vermuten lässt, bestätigt sich im Inneren: Der Andrang ist groß. Der Reihe nach strömen die Menschen in die Eckernförder Tafel, um für 1,50 Euro eine Auswahl von Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten zu erhalten. Jeden Donnerstag um 10 Uhr öffnet die Tafel ihre Türen und gibt an Bedürftige aus, was im Laufe der Woche von Supermärkten oder Privatpersonen gespendet wurde. 300 Bedarfsgemeinschaften haben in Eckernförde die Möglichkeit, das Tafel-Angebot in Anspruch zu nehmen. Bedürftig ist, wer weniger als 750 Euro im Monat zum Leben zur Verfügung hat und dies durch einen Renten-, SGB-II-Bescheid oder Asylbewerberschein nachweisen kann.

Auch immer mehr Flüchtlinge strömen nach Schleswig-Holstein und versorgen sich über die Tafeln im Norden. Seit etwa fünf Monaten bekommt dies auch die Tafel in Eckernförde zu spüren, sagt Reinhard Schmidt, Leiter der Tafel. An Flüchtlinge, die im Besitz eines Asylbewerberscheins sind, können Schmidt und die rund 60 ehrenamtlichen Tafel-Helfer Waren ausgeben. Laut Asylbewerberleistungsgesetz stehen alleinstehenden Flüchtlingen 362 Euro zu. „Etwa 50 bis 60 Asylbewerber sind gegenwärtig bei uns gelistet.“ Zu ihnen gehören auch Alayham Mahfoud, Abdulbaki Ahmad und Mofid Labad aus Syrien. Auf das Angebot der Tafel angewiesen, kommen sie regelmäßig donnerstags in den Saxtorfer Weg, um es in Anspruch zu nehmen.

Wer wann zur Tafel kommt – darüber wird Buch geführt, sodass auch die Zuwächse dokumentiert sind. „Die Nachfrage schwankt zwar, wird grundsätzlich aber immer größer“, so Schmidt. Die Schwierigkeit sei, dass man nie genau wisse, wie viele neue Flüchtlinge donnerstags vor der Tür stehen werden, da es davon abhängt, wann sie einen Asylbewerberschein erhalten.

Während die steigende Nachfrage in einigen Tafeln des Landes bereits zu Engpässen geführt hat, konnte man dem zusätzlichen Bedarf in Eckernförde bisher gerecht werden. „Wir fühlen uns von den Zulieferern gut bedacht, sodass wir bisher keine Probleme hatten.“ Sofern es möglich ist, versuchen die Tafel-Mitarbeiter auch die Essgewohnheiten der Flüchtlinge muslimischen Glaubens zu berücksichtigen und legen Puten- oder Hühnerfleisch für sie zur Seite.

Die Tafel verteilt jedoch nicht nur Lebensmittel, sondern ist auch Begegnungsstätte. „Viele Flüchtlinge wollen sich integrieren.“ Die Sprache ist dafür ein wichtiges Mittel. So ist der Platz vor dem Tafel-Eingang nicht nur Wartebereich, sondern auch Treffpunkt, um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen, sagt Schmidt.

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