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Interview : „Die Muskulatur ist unser Erfolgsorgan“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

EZ-Interview mit Sportwissenschaftler und Buchautor Andreas Bredenkamp über Fitness, die richtige Ernährung und den inneren Schweinehund.

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2015 | 06:06 Uhr

Eckernförde | Andreas Bredenkamp ist Sportwissenschaftler, Sportler und Buchautor. 1986 gewann er die Deutsche Meisterschaft im Bodybuilding. Zuvor studierte er Germanistik und Sport an der Uni Münster. Er absolvierte zahlreiche Vortragsreisen und veröffentliche Bücher über Fitness. Gestern hielt er einen Vortrag im Fitnessstudio LaVida. Die Eckernförde Zeitung traf ihn zuvor zum Interview.

Eckernförder Zeitung: Herr Bredenkamp, warum geht es bei ihren Vorträgen ?
Bredenkamp: Das Erfolgsorgan des Körpers ist der Muskel. Damit er seine Arbeit leisten kann, sind die anderen Organe die Lieferanten. Entsprechend ist auch die Muskelarbeit die Grundlage für die Gehirnleistung. Das Gehirn ist vor allem das Steuerungsorgan für unsere Muskeln. Eine koordinierte Muskeltätigkeit hat den höchsten Trainingseffekt für den Erhalt der Gehirnleistungsfähigkeit. Der Muskel ist damit nicht einfach nur ein Bewegungsausführer, sondern wie das Gehirn ein komplexes Organ.

Wie sieht denn dann das ideale Training für den Körper aus?
Training kann Bewegung nicht ersetzen. Wer zweimal in der Woche zum Training geht, kann sich nicht den Rest der Woche darauf ausruhen. Man muss die Muskelkraft, die man im Training aufbaut hat, auch in mehr Bewegung umsetzen. Das erfordert auch mal Belastungen, die über Alltagsbelastungen hinausgehen.

Welche Rolle spielt die Ernährung dabei?
Die Ernährung hat einen großen Einfluss. In einer Diät aber kann mangelnde Bewegung nicht dadurch kompensiert werden, indem weniger gegessen wird. Allein die Reduzierung der Kalorien reicht nicht aus, um das Körpergewicht zu managen. Dadurch kann das Gewicht nicht dauerhaft gehalten werden.

Vielen Leuten fällt es schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich zu bewegen. Was raten sie denen?
Der innere Schweinehund ist die Muskulatur selbst. Sie fordert uns auf, nichts zu tun, weil sie davon ausgeht, dass wir all unsere Kraft noch brauchen, um unser Leben zu retten. Diese Notwendigkeit ist heute nicht mehr gegeben, weil wir uns nicht mehr vor Löwen in Sicherheit bringen müssen. Die Muskulatur fordert uns aber trotzdem auf, wie vor 70  000 Jahren unserer Kraft zu schonen. Diese Aufforderung nichts zu tun, stellt heute für uns eine Katastrophe dar. Die Muskeln nicht zu benutzen, bedeutet sie zu verlieren. Wir müssen die Aufforderung deshalb aktiv ignorieren und aus dem Sessel aufstehen.


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