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Interview mit Max Mutzke : „Die Musik ist nicht mein Beruf – sie ist meine Berufung“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Soul-Sänger Max Mutzke stellte im Radionzentrum in Kiel sein neues Album vor / Der EZ-Jugendredaktion stand er zuvor Rede und Antwort

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2015 | 06:03 Uhr

Kürzlich stellt Sänger Max Mutzke im Funkhaus in Kiel sein neues Album vor. Bekannt wurde er 2004, durch seine Teilnahme am Grand-Prix, mit dem Lied „Can't Wait Until Tonight“. Doch auch eines seiner neusten Lieder, "Welt hinter Glas“, ist schon viel im Radio vertreten.

Dein neues Album trägt mit dem Titel „Max" deinen Vornamen. Ist es dadurch auch dein persönlichstes?
Mutzke: Ich würde es eher als das autobiografischste bezeichnen. Es handelt von Geschichten, die mir oder auch meinen Freunden passiert sind, dadurch ist es auch sehr authentisch geworden. „You Are All Around Me“ zum Beispiel handelt von meiner verstorbenen Mutter, wo ich all das ein Stück weit aufarbeiten kann. In diesem Album aber im Vergleich zum Letzten steht jetzt etwas anderes im Vordergrund. Nämlich die Qualität der einzelnen Songs und meine eigene Position.

Deine Musik ist sehr vielfältig, ist es dadurch teilweise schwierig erfolgreich zu sein, wenn man nicht genau einem Genre zugeordnet werden kann?

Ja, das ist es auf jeden Fall. Die meisten Künstler haben ihren eigenen Stil, an dem man sie sofort erkennt. Und ich werde bei jeder neuen Produktion wieder gefragt, „Kannst du dich nicht entscheiden? Deutsch oder Englisch? Soul oder Pop?“

Aber eigentlich habe ich mich schon lange entschieden, nämlich mich nicht zu entscheiden. Das ist so, wie wenn man auf einen Berg laufen wollte und dann an einem See vorbeigeht und eigentlich viel lieber baden würde. Ich kombiniere das dann. Jedoch ist meine Hauptrichtung immer Soul, was an meine Stimme liegt.

Wo nimmst du die Energie für die deiner Vielzahl von Live-Auftritten her?
Zuerst einmal ist es ein riesen Glück und eine diesen Motivation, dass ich so viel Live spiele und, dass meine Songs in den Charts immer weiter klettern. Ich spiele oft zusammen mit anderen Bands, wie R&B Bands oder der 86-Köpfigen NDR BigBand und allein dadurch wird man schon extrem fit, weil es so viel Spaß macht.
Und ich bin konsequent was die gesunde Ernährung betrifft, denn egal wo, auf jeden Hotelbett oder jedem Interviewtisch steht so viel Naschkram, dass wenn ich von jedem etwas nehmen würde ich lange nicht so fit wäre. Und natürlich muss man im Showgeschäft auch immer ein bisschen „In Shape“ sein.

Wie kam es denn zu deiner Zusammenarbeit mit Eko Fresh?
Kennengelernt haben wir uns im Whirlpool auf dem Dach eines Hotels, bei einer Veranstaltung in Garmisch-Partenkirchen. Und zufällig kam Eko Fresh dann rein und wir haben uns von Anfang an gut verstanden und wollten unbedingt in Kontakt bleiben. Und so kam es dann auch. Wir tauschten unsere Nummern aus und trafen uns einige Zeit später zufällig in Frankfurt. Dort kam er zusammen mit dem Regisseur von „Drei Türken und ein Baby“ zu mir und wir beschlossen zusammen den Soundtrack und die Filmmusik für den Film zu schreiben. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade mit meinem neuen Album beschäftigt und so kam es dann dazu, dass er auch mit an dem Text zu „Unsere Nacht“ schrieb.

Hast du denn neben der Musik noch Zeit für deine Freunde und deine Hobbys?
Im Moment bin ich viel unterwegs, teilweise auch sechs bis acht Wochen am Stück, da finde ich leider relativ wenig Zeit für solche Dinge. Doch dann gibt es auch Zeiten wo ich mehr Zuhause bin. Das ist ein dauerhaftes auf und ab, mal mehr, mal weniger. Aber wenn ich Zuhause bin mache ich gar nichts mit Musik, da nehme ich mir die Zeit um sie mit meinen Freunden und auch meiner Familie zu verbringen.

Du bist damals über den Grand Prix in das Musikgeschäft gekommen, würdest du diesen Weg heute wieder wählen?
Ja, ich würde es auf jeden Fall nochmal genauso machen.
Auch wenn ich das nicht immer so gesehen habe. Damals wollte ein Freund unbedingt, dass ich an der Show "Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“ teilnehme, was nie in meinem Sinne lag.

Erst als er mich mit dem Trick linkte, mich schon angemeldet und alles schon ausgefüllt zu haben, ließ ich mich rumschlagen. Und einige Zeit später bekam ich dann den Bescheid, dass ich ausgewählt wurde Deutschland zu vertreten.

Kannst du denn generell sagen, dass du das erreicht hast, was du erreichen wolltest?
Auf jeden Fall! Musik war schon immer viel für mich. So kam es auch dazu, dass ich damals die Schule abbrach und zwei Jahre lang privat Musik studierte. Das machte mir die Freunde an der Musik allerdings ziemlich kaputt, ich beschloss wieder zur Schule zu gehen und holte mein Abitur nach. In der Zeit bis zum Grand Prix war Musik nur mein Hobby von mir und dann nahm das Schicksal halt so seinen lauf… Doch heute sehe ich die Musik nicht als Beruf, sonder als Berufung.



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