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Eckernförder Zeitung

24. Oktober 2017 | 10:42 Uhr

Schloss Noer : Die Musik ist ihr Zuhause

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Landesferienkurs begeistert 68 junge Musiker aus ganz Deutschland. Freitag geben sie ein öffentliches Abschlusskonzert in Krusendorf.

Noer | Von überall her erklingt Musik. Im großen Saal probt das Orchester Ausschnitte aus Johannes Brahms Sinfonie Nr. 1 op. 68 in c-Moll, im oberen Stockwerk übt das Blockflöten-Ensemble Suiten von Johann Caspar Ferdinand Fischer, die Big Band legt zwischen Jazz-Standards, Latin- und Rocktiteln gerade eine Pause ein. Auf Schloss Noer findet in diesen Tagen zum 65. Mal der Landesferienkurs für Musik statt. Eine Ferienfreizeit für junge Musiker, die unter der Leitung erfahrener Dozenten gemeinsam musizieren und singen möchten.

68 junge Musiker von 14 bis 21 Jahren überwiegend aus Norddeutschland, aber auch aus Lüneburg, Berlin oder Köln studieren unter der Obhut der Dozenten Gunnar Haase (Orchester), Hartmut Ledeboer (Blockflöten), Hanna Maria Haase (Chor/Tanz) und Andreas Lübchow (Big Band/Blechbläser) zehn Tage lang anspruchsvolle Chor- und Instrumentalwerke ein, um sie in zwei Konzerten der Öffentlichkeit zu präsentieren. 2009, als der Landesmusikrat Schleswig-Holstein die finanziellen Mittel für das Angebot nicht mehr aufbringen konnte, gründeten ehemalige Teilnehmer des Ferienkurses in Hamburg den Trägerverein „Landesferienkurs für Musik“ und übernahmen die Organisation und Trägerschaft des traditionsreichen Landesferienkurses. Darunter auch die Vereinsvorsitzende Hanna Maria Haase. „Wie jedes Jahr sind wir schon ganz wunderbar zu einer eingeschworenen Gruppe zusammengewachsen“, verkündet sie. Durch die Idee, den Tag mit einem Lied zu beginnen und abzuschließen, verbunden mit dem täglichen Abendspaziergang zum Wasser, entstehe immer ein ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl, welches die musikalische Arbeit und das ganze Miteinander trägt. „Ich glaube, es kann schön werden“, fügt sie mit Blick auf das Abschlusskonzert an. Sie findet es immer wieder erstaunlich, was auch musikalisch in zehn Tagen geleistet werde. Zum diesjährigen Programm gehören Orchesterwerke wie die Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart oder die Ouvertüre zur Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini, die Chorwerke „Denn er hat seinen Engeln“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, der Psalm in Jazz von Johannes Matthias Michel oder The Seal Lullaby von Eric Whitacre sowie Ali Baba und die 40 Räuber und andere Werke von der Renaissance bis zur Moderne aus der Abteilung Alte Musik/Blockflöten.

Das große Gerüst stehe schon. Jetzt seien die Feinheiten dran, verrät Gunnar Haase als Leiter des Orchesters in einer Pause. „Wir sind schnell auf dem Niveau, wo es spannend wird, wo wir die Musik erarbeiten können.“ Es fange an, Musik zu werden, wenn es etwa gelingt, Brahms Komposition zu durchschauen. „Es klingt ganz anders, wenn man nicht mehr nur brav die Noten spielt. Es macht mir sehr viel Spaß, das mitzuerleben.“

Viele der Teilnehmer kommen immer wieder. So wie die 14-jährige Taleja Großmann aus Flensburg. Sie spielt das Schlagwerk im Orchester, so wie auch im Hochschulorchester in Flensburg. „Es macht immer super viel Spaß hier“, findet sie. „Wir sind eine super coole Gemeinschaft.“ So empfindet es auch der 18-jährige Jakob Fuhrmann aus Lüneburg. Er spielt Klavier in der Big Band. „Für mich ist das hier eine unglaublich Chance, mit vielen anderen Musik zu machen“, erklärt er. Als Informatikstudent habe er im Alltag kaum Gelegenheit dazu. „Es ist ganz großartig mit allen zusammen im großen Chor zu singen“, fügt er hinzu. „Dass genieße ich total. Man fühlt sich hier einfach willkommen und zu Hause, egal woher man kommt.“

Wer hören möchte, was die Jugendlichen erarbeitet haben, der ist am Freitag um 20 Uhr zum öffentlichen Abschlusskonzert in der Dreifaltigkeitskirche in Krusendorf eingeladen. Der Eintritt ist frei. Für Spenden ist der Verein dankbar.

Nähere Informationen zum Landesferienkurs gibt es hier.

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