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AUSSTELLUNG IM TURMCAFé : Die Motive verselbstständigen sich

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Turmcafé der St.-Nicolai-Kirche zeigt Werke von Falko Windhaus. Leichtigkeit und Lockerheit charakterisieren sein Werk.

Eckernförde | Fische, Stühle, Papiertüten – Motive, die sich immer wieder einen Platz im Werk von Falko Windhaus suchen. „Die Stühle kommen immer wieder“, sagt der 62-Jährige. Wann ein Ende abzusehen ist, vermag Windhaus nicht zu sagen, „irgendwann fing es an, irgendwann hört es auf.“ Einen kleinen Einblick in sein Werk bietet zurzeit das Turmcafé der St.-Nicolai-Kirche, wo einige ausgewählte Bilder noch bis Ende April zu sehen sind.

Im Ostseebad ist Windhaus der bekannteste Künstler. Stets in Weiß gekleidet ist er häufig auf seinem täglichen Weg in die Galerie 66 im Baltic Sea International Campus auf den Straßen anzutreffen. Die Leichtigkeit und Lockerheit, die seine Kleidung widerspiegelt, findet sich auch in seinen Werken.

Die Stühle spielen in seinen Bildern menschliche Szenen nach – Nähe, Liebe, Ablehnung, Verzweiflung. Nicht nur das Motiv der Stühle hat sich inzwischen verselbstständigt, auch das der Fische. Große, kleine, gelbe oder rote – „ich spiele gern mit den Möglichkeiten“, beschreibt er seine Arbeit.

Dabei greift der gebürtige Nordrhein-Westfale, der vor 32 Jahren aufgrund eines Auftrages den Weg nach Eckernförde gefunden hat und dann sesshaft geworden ist, auch zu ungewöhnlichen Materialien – zu Papiertüten. „Fische gehören in Tüten“, sagt Windhaus. Ein Motiv, das bestens zu Eckernförde passt. Auf die Idee brachte ihn vor Jahren eine Bekannte, die ihren Feinkostladen aufgab und ihm die Tüten anbot. Dabei werden diese in allen Spielarten variiert: Falko zerschneidet oder verklebt sie, aber immer enthalten sie Fische. Sie streben kopfüber in die Tüten oder liegen in ihnen dicht gedrängt aneinander – aber immer scheinen sie in Bewegung zu sein. An Papiertüten mangelt es Windhaus nicht. Bekannte bringen ihm gebrauchte Exemplare, auch er selbst benutzt seine eigenen Papiertüten vom Einkauf. Mit Farbstiften bringt er die Fische mit kräftigen Strichen aufs Papier. Im Moment des Schaffensprozesses fließt alles – so kann sich das Motiv jeden Moment spontan verändern. Feststehendes oder Vorgebenes passen weder zu Windhaus Werk noch zu seiner Art zu leben oder zu arbeiten. „So egoistisch bin ich, dass ich auch noch Spaß haben will“, bekennt er lächelnd und betont, „ich hoffe, dass man es den Dingen auch ansieht.“

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Turmcafé der St.-Nicolai

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Kirche, Mittwoch und Sonnabend, 10 bis 13 Uhr, Ausstellung mit Werken von Falko Windhaus bis 30. April

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erstellt am 06.Apr.2017 | 05:49 Uhr

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