Eckernförde : Die Modelshow der Kleintiere

Mehr als 600 Kaninchen, Hühner, Tauben, Enten und Gänse sind am Wochenende in der Halle III des Schulzentrums zu sehen.
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Mehr als 600 Kaninchen, Hühner, Tauben, Enten und Gänse sind am Wochenende in der Halle III des Schulzentrums zu sehen.

Am Wochenende findet wieder die große Kleintierschau mit mehr als 600 Kaninchen, Hühnern, Enten, Gänsen und Tauben am Schulzentrum statt.

Arne_Peters-8499.jpg von
04. Oktober 2018, 18:32 Uhr

Eckernförde | Die einen haben Augenringe, die anderen einen weißen Latz oder gar Backenpunkte und einen Aalstrich: Über 600 Tiere sind am Wochenende bei der großen Kleintierschau in der Halle III am Schulzentrum in der Sauerstraße zu sehen. Wieder laden der „Rassegeflügelzüchterverein Eckernförde und Umgebung“ und der „Rassekaninchenzuchtverein U 25 Eckernförde und Umgebung“ dazu ein. Wegen der liebevoll geschmückten Halle gilt die Schau als eine der schönsten in Schleswig-Holstein.

Doch bevor die Gäste kommen, werden die Tiere begutachtet. Ihr Rendezvous mit dem Preisrichter dauert allerdings jeweils nur drei Minuten. Kay von Dohlen ist einer der Preisrichter. Mit geübtem Griff nimmt er eine Taube aus dem Käfig und sieht sie sich an. Hier gilt zunächst der Gesamteindruck, bevor es ins Detail geht: „Zunächst achtet man auf die Vitalität: Ist das Tier gesund, wie ist die Erscheinung?“, erklärt er. „Danach kommen die Rassenmerkmale.“ Zu ihnen gehört beispielsweise bei der ungarischen Taubenart „Felegyhazaer Tümmler“ eine abfallende Haltung in der Figur, ein breiter Stirnansatz und nicht zuletzt der weiße Latz. Bei anderen Rassen sind wieder ganz andere Merkmale entscheidend.

Ähnlich verhält es sich bei den Kaninchen: Gewicht, Körperform, Fellhaar – alles fließt in die Bewertung ein, erklärt Preisrichter Hans Peter Rickert. Auch, ob der Zwergschecke einen schmetterlingsförmigen Punkt auf der Nase hat, Backenpunkte und einen schwarzen Strich über dem sonst weißen Rücken – den Aalstrich.

Die Begutachtung ist eine Art Castingshow der Tiermodels. Wer hier gut abschneidet, den nimmt sein Züchter im November vielleicht auch mit zur Europaschau nach Dänemark. Die Begutachtung der Tiere durch die Preisrichter ist in erster Linie für die Züchter spannend, zu denen auch der 32-jährige Phillip Sellmer gehört. Er kennt die Taubenzucht von klein auf: „Ich bin da hineingeboren worden und jetzt in der 3. Generation Taubenzüchter.“ Für ihn ist der Taubenschlag eine Oase der Entspannung in einem immer stressiger werdenden Gesellschaftsleben. Hinzu kommen die züchterischen Ansprüche: „Einige Rassen stehen auf der roten Liste. Die Züchter erhalten so das Kulturgut.“ Einst hatte nämlich jeder Landstrich seine eigenen Rassen.

Aber auch ganz praktische Gründe sprechen für die Kleintierzucht als Hobby. „Unsere Kaninchen sind auch unsere Fleischlieferanten“, erklärt zum Beispiel Michael Kaiser. „Es gibt kein gesünderes Fleisch.“ Und: Der Züchter weiß genau, dass es nicht belastet ist. Gleiches gilt für die Eier der eigenen Hühner. Im Gegensatz zur Massentierhaltung sind ihre Tiere nicht nur auf Leistung gezüchtet. Und: Die Tiere haben ein glücklicheres Leben.

Die große Kleintierschau in der Halle III des Schulzentrums hat am Sonnabend von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen 3 Euro. Hier ist jeder richtig, der darüber nachdenkt, sich Kaninchen oder Geflügel für die eigene Hobby-Zucht anzuschaffen. Fachleute stehen bei Fragen mit Tipps und Informationen zur Verfügung. Es gibt eine Tombola und eine Cafeteria mit belegten Brötchen, Getränken, Kaffee und Kuchen.

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