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THW übt im Schiffswrack im Eckernförder Hafen : Die letzten Übungen auf dem Wrack der „Ninive“

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das THW und die Feuerwehren aus Barkelsby und Rieseby haben Brandbekämpfung und Menschenrettung an Bord des 2015 gesunkenen Zweimasters “Ninive“ geübt. Das Wrack liegt seit Januar 2015 im Eckernförder Binnenhafen.

Das Technische Hilfswerk (THW) Eckernförde kennt sich mittlerweile gut aus auf dem Zweimaster „Ninive“. Die gemeinsame Übung mit der Freiwilligen Feuerwehr am Freitagabend war bereits das dritte „Aufeinandertreffen“ des THW mit dem Großsegler. Bereits im Januar 2004 war der Traditionssegler im Strelasund mit Treibeis kollidiert, und die damalige Havarie erforderte einen Pumpeinsatz des Technischen Hilfswerks. Neun Jahre später, im Januar 2015, sank die Galeasse dann im Eckernförder Hafen, wurde vom THW wieder zum Schwimmen gebracht und endgültig an Land geholt.

Seitdem gibt der einst stolze Segler, aufgebockt auf einem Parkplatz, ein trauriges Bild des Zerfalls ab. Doch schon bald soll die „Ninive“ ihren Platz auf dem Parkplatz am Binnenhafen räumen. Nach dem jahrelangen Rechtsstreit zwischen verschiedenen Eignern und den Stadtwerken als Hafenbetreiber soll die „Ninive“ nun endgültig von einem Spezialunternehmen abgewrackt werden und aus dem Stadtbild verschwinden. Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens bestätigte das. Doch zuvor solle das Wrack noch dem THW und der Feuerwehr für weitere Übungen dienen, sagte Steffens auf EZ-Anfrage. Eine weiterer Übungseinsatz für das Technische Hilfswerk ist bereits für heute Abend vorgesehen, es kann ab 19 Uhr zu kurzfristigen Sperrungen am Vogelsang kommen. Die Zerlegung und der Abtransport der Schiffsteile dürften dann voraussichtlich im September erfolgen, deutete Steffens an.

Am Freitagabend stand im und auf dem einstigen Großsegler die Zusammenarbeit zwischen dem THW mit den Feuerwehren aus Barkelsby und Rieseby auf dem Programm. Auf engstem Raum und unter sehr schweren Bedingungen arbeiteten die Einsatzkräfte das Szenario ab: Ein Brand im Maschinenraum musste unter schwerem Atemschutz von den Feuerwehren bekämpft werden, Personen mussten mit dem Rollgliss, einem Rettungs- und Abseilgerät aus der Höhenrettung, sowie dem Schleifkorb oder dem Einsatz-Gerüst-System (EGS) geborgen werden. Dazu mussten auch die THW-Kräfte unter Atemschutz unter Deck. „Für die Retter war es sehr schwierig, mit den schweren Geräten in den dunklen, sehr engen und verrauchten Räumen voranzukommen“, schilderte THW-Sprecher Stephan Suhr das Übungsszenario. „Nicht immer gingen die von der Feuchtigkeit verzogenen Türen unter dem maroden Deck auf. Eingesetzt wurden dann Sägen, um durch die hölzernen Wände in die verschlossenen Kajüten und die Kombüse zu gelangen.“

Alles in allem aber konnte die Übung planmäßig abgeschlossen werden und die Beobachter ihre Rückschlüsse aus den Leistungen und Zielen der Übung ziehen.

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erstellt am 18.Jul.2017 | 06:47 Uhr

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