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Abgeschmückt : Die letzte Reise der Weihnachtsbäume

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Abgeschmückte Tannen landen auf dem AWR-Recyclinghof und in Kompostierungsanlagen / Stämme und Zweige werden zu Hackschnitzeln

Borgstedt | Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, jetzt ist er nicht mehr herrlich anzuschau’n. Die Männer des Abfallunternehmens Remondis sind in diesen Tagen im gesamten Kreisgebiet und den Städten Rendsburg sowie Eckernförde unterwegs und sammeln die abgetakelten Weihnachtstannen ein. Doch was passiert eigentlich mit den nadelnden Gerippen, die noch vor kurzem hübsch geschmückt die Wohnstuben mit Kerzen erhellten? Auf dem Müll landen die Nordmänner und Blau-Fichten jedenfalls nicht: Sie werden recycelt.

„Die alten Weihnachtsbäume werden zu 100 Prozent wiederverwertet“, sagt Ralph Hohenschurz-Schmidt, Geschäftsführer der Abfallwirtschaftsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR). Zunächst sammeln die Remondis-Mitarbeiter im Auftrag der AWR die ausgedienten Christbäume mit Spezialfahrzeugen ein. Dabei gibt es in Rendsburg einen besonderen Service: Fast jede Straße wird vom Laster angesteuert, so müssen die Menschen nicht extra zu Sammelplätzen fahren, sondern können die Nadelbäume vor der Haustür an der Straße ablegen.

Für 264 Tonnen Weihnachtsbäume endete die letzte Reise im Januar 2013 entweder auf dem Recyclinghof der AWR in Borgstedtfelde oder in einer der Kompostierungsanlagen im Kreis wie zum Beispiel in Stafstedt, Altenholz oder Eckernförde. Wenn die Stämme und Zweige bei der AWR abgeladen werden, kommt das sperrige Material in einen großen Häcksler und wird in kleine Stücke geschreddert. Die Hackschnitzel werden anschließend an ein Hamburger Unternehmen verkauft, das eine Biomasse-Anlage betreibt. „Dort werden ausschließlich biologische Stoffe verbrannt“, erklärt Hohenschurz-Schmidt. „Uns ist eine umweltfreundliche Verwertung der Tannenbaumreste wichtig.“ Die im Hamburger Kraftwerk erzeugte Energie aus den Festtags-Fichten fließt dann in Heizungen oder Stromleitungen von Stuben, in denen auch einst Christbäume Wärme verbreiteten.

Zurück in den Kreislauf der Natur heißt es ebenfalls für die ausgemusterten Bäumchen, die in einer Kompostierungsanlage enden. Auch sie müssen in einem ersten Schritt gehäckselt werden. Dann werden die Baumreste mit weiteren biologischen Abfällen vermischt. Es folgt eine Wartezeit, in der Bakterien die ehemaligen Prachtexemplare zersetzen und die Hölzer verrotten. Es entsteht Kompost, der etwa Gemüsebeete mit Nährstoffen versorgt. Das natürliche Düngemittel kann aber auch für fruchtbare Erde sorgen, in der neue Weihnachtsbäume wachsen und gedeihen.

 

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erstellt am 21.Jan.2014 | 06:43 Uhr

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