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Green Screen fordert Kino-Neubau : „Die Leidensfähigkeit ist erschöpft“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Festivalmacher fordern eine schnelle Entscheidung in der Kino-Standortfrage. Professionelle Spielstätten sind für die wachsende Filmqualität langfristig unerlässlich.

Eckernförde | Kreativ wie die Green Screener nun einmal sind und akut betroffen von der nach wie vor ungelösten Kino-Standortfrage, haben sie gestern mit einem alten Röhren-Schwarzweiß-Fernseher als Anschauungsobjekt auf die Notwendigkeit einer technischen Aufrüstung des Internationalen Naturfilmfestivals durch ein neues Kinocenter hingewiesen. Ganz so hinterwäldlerisch, wie es bei diesem Vergleich zu sein scheint, ist das technische Equipement zwar nicht, aber nur mit Behelfsspielstätten, wie der Turnhalle der Willers-Jessen-Schule, und ohne ein modernes Kinocenter wird Green Screen nicht weiter wachsen und an Bedeutung gewinnen können. Dieser festen Überzeugung sind Festivalleiter Gerald Grote, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Martin Krohn, und Green Screen-Geschäftsführer Markus Behrens.

Ob sie irgendwann ganz in die Röhre gucken werden oder in ein paar Jahren doch noch mit Unterstützung eines festivalfreundlichen Kinobetreibers zu neuen Ufern aufbrechen können, steht und fällt mit der zeitnahen Entscheidung über den Kino-Standort. Seit März 2012 gibt es nach dem Abriss des Kinocenters in der Kieler Straße kein professionelles und kommerzielles Kino mehr, heute werden dort in einem Geschäftsneubau Kleidung und Creme verkauft. Vier Jahre später steht immer noch nicht fest, wo das neue Kino – sollte es denn tatsächlich noch Realität werden –, überhaupt gebaut wird. Das sorgt nicht nur bei den Green-Screen-Machern für Stirnrunzeln und Unverständnis.

Die Festivalmacher sind spürbar bemüht, die „emotional aufgeheizte“ Standortdebatte nicht noch zusätzlich zu befeuern. Gleichwohl steht und fällt die mittel- und langfristige Entwicklung des publikumsstärksten internationalen Naturfilmfestivals mit einem Kino-Neubau. „Green Screen und Eckernförde brauchen ein Kino“, sagt Martin Krohn unmissverständlich. Das Festival werde immer professioneller, die Erwartungen der Filmemacher, Produzenten und der Zuschauer an die Vorführqualität, Akustik, den Sitzkomfort und die Rahmenbedingungen seien mit dem Erfolg des Festivals gestiegen. Bislang sei die Rechnung zwar aufgegangen, und das Festival konnte ein jährliches Wachstum verzeichnen, „aber langfristig ist das ohne ein Kino nicht durchzuhalten“, ist Krohn überzeugt. Der Reiz der provisorischen Spielstätten gerate an seine Grenzen. „Der Ton ist teilweise unterirdisch, die Grenze ist erreicht, jetzt muss der nächste Schritt kommen“, betont Geschäftsführer Behrens.

Falls der technische Standard nicht mit der Qualität der Filme mitwächst, besteht nach Auskunft von Festivalleiter Grote die Gefahr, dass hochkarätige Filme nicht mehr eingereicht werden. Die Filme würden von Jahr zu Jahr technisch ausgereifter und anspruchsvoller. Entsprechend müssten auch die Abspielbedingungen der ständigen technischen Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserungen angepasst werden. „Die Produktionen werden immer aufwändiger, und wir projizieren auf Bettlaken“, spitzt Festivalleiter Gerald Grote dieses Missverhältnis zu. Eine gewisse Zeit sei das zwar in Ordnung, aber langfristig kein Zustand, wenn man das Festival in Eckernförde weiterentwickeln wolle. „Uns fehlt ein 200-er Saal“, sagt Grote, das sei „schade, weil wir dadurch Publikum und Geld verlieren.“ Dennoch: Am Standort Eckernförde soll nicht gerüttelt werden. „Green Screen und Eckernförde ist eins“, versichert Grote und erteilt Abwanderungsgedanken eine klare Absage, trotz der misslichen Lage, über Jahre hinweg ohne Kino zurechtkommen zu müssen.

Aber noch hat Green Screen Hoffnung, dass sich die Eckernförder Politik zu einer kurzfristigen Lösung durchringt. „Es muss sofort etwas passieren und nicht erst in vier, fünf oder sechs Jahren“, fordert Geschäftsführer Behrens endlich Taten „nach vier Jahren Brainstorming. Die Leidensfähigkeit ist erschöpft.“

Festivalleiter Grote würde sich freuen, wenn der künftige Kinobetreiber Green Screen zusichert, das Kino während der Festivalzeit mitnutzen zu können. Er erhofft sich dabei auch die Unterstützung durch die Stadt, um die Ansprüche gegebenenfalls auch vertraglich abzusichern. Green Screen rechnet dabei mit der Unterstützung durch Bürgermeister Jörg Sibbel, der sich in der Kino-Standortfrage für den Skaterpark als einzige zeitnah umzusetzende Lösung stark macht. „Was der Bürgermeister tun kann, hat er getan“, erklärt Martin Krohn.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 06:49 Uhr

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