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Stolperpiste : Die L 265 – Strapazen für Mensch und Material

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Rad- und Fußweg an der Landesstraße 265 stellt Verkehrsteilnehmer vor arge Probleme

Die Schäden an seinem Mofa kann Marvin Hantke kaum noch zählen. Immer wieder lösen sich Schrauben, auch der Auspuff blieb irgendwann auf der Strecke. Einen platten Reifen gibt es auch hin und wieder. Dabei liegt es nicht an der vernachlässigten Pflege durch den 20-Jährigen, sondern vielmehr an den Torturen, die seine Peugeot auf dem Rad- und Fußweg der Landesstraße 265 ertragen muss. „Der Zustand des Weges ist katastrophal“, sagt Hantke. Der junge Mann kennt die Strecke vermutlich wie kaum ein anderer. Fast täglich, seit drei Jahren, fährt er von Ascheffel nach Eckernförde. Mit dem Zug geht es dann weiter nach Flensburg zur Berufsschule, wo er eine Ausbildung zum Altenpfleger absolviert.

Vor allem das rund 1,5 Kilometer lange Teilstück zwischen Ascheffel und Damendorf hat es in sich. Der Bewuchs hat den Weg stark verengt, der Asphalt sackt ab, ein Schlagloch reiht sich an das nächste. „Ein einziger Flickenteppich“, so Marvin Hantke, eine „Zumutung“, wie er sagt. Sein Mofa bekommt das täglich zu spüren. Es sei schwierig, Ersatzteile für die 40 Jahre alte Peugeot zu finden – schwierig und teuer.

Kritisch wird es auch dann, wenn sich zwei Zweiräder auf dem Weg begegnen. Dann müsse einer in den Knick, um Platz zu machen. Im Winter käme dann noch der Schnee dazu, der von den Räumfahrzeugen auf den Weg geschoben werde und den Weg damit gänzlich unpassierbar mache.

Auch Gabriele Steinhöfel, Sekretärin der Kirchengemeinde Hütten, hat so ihre Sorgen mit dem Weg. Sie weiß von vielen Bürgern, die an der L 265 entlang müssten – Schüler, Konfirmanden und Berufstätige. Gabriele Steinhöfel hat bereits einige Schreiben an die zuständigen Behörden verschickt, ganz zufriedenstellend war die Antwort nicht. „Hin und wieder ist der Bewuchs mal gekürzt worden“, erzählt sie.

Zuständig ist der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr mit Sitz in Kiel. Die Aufgabenerfüllung übernehmen die Straßenmeistereien. Doch Arno Sachau, Leiter der Straßenmeisterei in Eckernförde, macht wenig Hoffnung auf Besserung: „Auf absehbare Zeit wird an der L 265 nichts passieren“, sagte er auf Nachfrage der Eckernförde Zeitung. Das Land habe dafür einfach keine Mittel vorgesehen. „Vorrang haben die Straßen, nicht die Radwege“, ergänzt er. Sachau weiß um den Zustand des Weges, Flickschusterei bringe da wenig: „Ein Neubau ist die einzige Lösung“, sagt er.

Außerdem weist Sachau darauf hin, dass der Weg mittlerweile kein ausgewiesener Radweg mehr ist, sondern ein „sonstiger Weg“. Man sei also nicht verpflichtet dort zu fahren, sondern dürfe auf die Fahrbahn ausweichen.

Doch das riskiert Marvin Hantke lieber nicht. „Dafür sind auf dieser Straße zu viele Unfälle in den letzten Jahren passiert“, weiß der 20-Jährige, mit seinem Zweirad wolle er das nicht riskieren. Bis zum Ende seiner Ausbildung im nächsten Jahr wird er seine betagte Peugeot also noch über die Schotterpiste lenken müssen


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erstellt am 16.Sep.2014 | 08:00 Uhr

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