zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 18:39 Uhr

Die Kunst, kleine Brötchen zu backen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wie man aktiv im Alter sein kann, auch wenn zwei Stürze einen vorübergehend aus der Bahn werfen

von
erstellt am 05.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Vor ein paar Tagen hatte ich, wie man so schön sagt, meine drolligen fünf Minuten. Ich fing an, meine Schreibtischschublade aufzuräumen. Erst einmal alles raus aus der Schublade und auf den Schreibtisch. War das ein Erlebnis – ich sah in eine leere Schublade. Nun begann das Sortieren der Papiere. Grauenvoll. Da merkte ich, dass ich ja unbedingt rote Johannisbeeren essen müsste, also los Richtung „Einkauf. Mit dem vollen Rucksack auf dem Rücken, die Walkingstöcke in der Hand, ging es wieder Richtung Schreibtisch, so dachte ich, doch da stand meine Freundin Margot vor mir und schaute mich mit großen Augen an. Wir wollten uns erst um 18 Uhr treffen. Nun gingen wir gemeinsam zu mir.

Beim Abschied sah ich ihr wehmütig nach, weil sie so beschwingt aufs Rad gestiegen war. Ja, was waren das noch für herrliche Zeiten als ich schon morgens um 8 Uhr aufs Rad gestiegen war und abends, manchmal auch erst gegen 21 Uhr, nach einem erlebnisreichen Tag mein Rad in den Keller stellte. War ich da noch sehr jung oder fielen meine damaligen Abenteuer schon in die Zeit 60 plus, aktiv im Alter? Ja, so war es! Ich hatte das große Glück, viele Jahre aktiv und erlebnisreich zu verbringen. Und nun, wo das Alter einen so richtig im Griff hat, was geschieht jetzt? Wie sehen jetzt die Aktivitäten im Alter aus? Ich renne voller Elan in einen zu schnell fahrenden Radfahrer. Ab in die Ambulanz!

Ein halbes Jahr vergeht. Meine Aktivitäten nehmen wieder zu, zwar etwas gemäßigter, aber wieder mit meinem „alten Gesicht“ ohne Ergüsse, Nähte und Pflaster. Ich kann wieder mit meinen beiden Walkingstöcken durch Eckernförde „sausen“! Aber ich habe wohl unbewusst den Wunsch, mir das Straßenpflaster unter meinen Füßen etwas genauer ansehen zu müssen, stolpere und falle auf mein ach so „schönes“ Gesicht und erleide aufs Neue alle gerade verheilten Blessuren! Ich erlebe nun zum zweiten Mal eine sehr liebevolle Betreuung durch ein junges Paar, dass auch dafür sorgt, dass ich meinen Weg nicht fortsetze. Ich hätte es auch wahrscheinlich nicht gekonnt. Also ab in die Ambulanz!

Es sind jetzt sechs Wochen vergangen. Ich bin wieder aktiv. Doch ich gewöhne mich allmählich daran, kleine Brötchen zu backen, leider sehr kleine. Doch das Lebensmotto „Aktiv im Alter“ kann ich hoffentlich noch lange wahrnehmen. Meine „Wanderung“ durch Eckernfördes Galerien bei Nacht waren ein Neubeginn.



Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen