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Eckernförder Zeitung

20. Oktober 2017 | 09:51 Uhr

Die Kunst des Stehenlassens

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Baumexperte Jürgen Dittmann aus Gettorf gibt im UIZ Tipps zum richtigen Beschneiden von Obstbäumen

von
erstellt am 08.Mär.2016 | 06:27 Uhr

Die Frostperioden gehen zurück, die ersten Sonnenstrahlen lassen die Lebensadern im Baum erwachen, es bilden sich erste Knospen. Zeit für die Kosmetikstunde, der beste Zeitpunkt zum Rückschnitt der Obst- und Ziergehölzer. Jürgen Dittmann, Baumexperte mit eigenem Betrieb aus Gettorf, hat nicht nur das richtige Werkzeug parat, er weiß auch ganz genau wie der richtige Schnitt angesetzt werden muss. Und das verriet er am Sonnabend zahlreichen interessierten Hobbygärtnern beim Obstbaumschnitt-Seminar im Umwelt-Informationszentrum (UIZ) im Hans-Christian-Andersen-Weg. Der Winterschnitt ist für alle Kernobstbäume wie Apfel, Birne, Quitte. Pflaumen und Kirschen, also Steinobstsorten, bleiben im Frühjahr unberührt und werden erst im Spätsommer beschnitten. Für Ulrich Hedtke, vom Verein zur Förderung der Umweltbildung, der den Aufruf zum wiederholten Male startete und der Biologin und Leiterin des UIZ, Sabine Rief, war der Andrang kaum zu fassen: rund 50 interessierte Teilnehmer sprengten fast den Raum des UIZ .

Bevor es an die praktische Vorführung ging, gab es fachliche Tipps von Jürgen Dittmann: „Die Kunst liegt nicht im Schneiden, sondern im Stehenlassen“, erklärte er. Der Spezialist wies darauf hin, dass jetzt die richtige Jahreszeit zum Obstbaumschnitt sei, zu diesem Zeitpunkt verheilen die Schnittwunden im Baum besser, weil die Äste nicht so viel Wasser in sich führen. Die Wassertriebe seien deutlich zu erkennen, die Knospen aus denen sich später das Obst entwickelt, seien deutlich dicker. Zuviel Beschnitt führt zu überhöhten Wassertriebwuchs. Manuela Stein (44) aus Holzorf hat 1500 Quadratmeter Grundstück zu Hause mit vielen Obstbäumen, hat aufmerksam zuhegört und ist sichtlich beeindruckt von der praktischen Vorführung an den 20 Jahren alten Apfelbäumen der Sorte Gelbe Schleswiger Renette und Ananas-Renette. Die richtige Handhabung, das passende Handwerkszeug und der richtige Wundverschluss, damit das Ausbluten des Baumes und das Eindringen von Bakterien und Pilze verhindert werden kann, all das gibt Jürgen Dittmann den Besuchern mit auf dem Weg: „Es sollte nicht am falschen Ende gespart werden, dass richtige Schneide- und Sägewerkzeug ist wichtig. Für den Baumschnitt eignen sich auch Astscheren an Teleskopstielen, informiert der Baumschuleninhaber. „Die Schnittstellen mit mehr als drei Zentimeter Durchmesser sollten mit einem Wundverschlussmittel bestrichen werden.“

Geduldig beantwortete Dittmann jede Frage der Teilnehmer und erntete ein großes Dankeschön für seine ehrenamtliche Einführung in die Kosmetikstunde für Obstbäume. Diese würden es ihren Besitzern mit einer Fülle von Früchten danken.

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