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Beuthel-Buch : „Die Kolonialzeit wirkt bis heute nach“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ratsherr Rainer Beuthel hat sein neues Buch „Ackerstraßenmord“ im Spieker vorgestellt. Erste Lesungen will er voraussichtlich Ende November halten.

Ein nasskalter Wintertag 1907 in Berlin. Eine männliche Leiche liegt umgeben von Abfall in einem Kellerverschlag in der Ackerstraße. Das Opfer: Alexander von Marwitz. Ein Offizier der kaiserlichen Schutztruppen in Deutsch-Ostafrika. Die Kommissare, Alexander von Burg und der noch junge Ernst Gerlach, nehmen die Ermittlungen im Mordfall auf. Ihre Spur führt sie vom Berliner Rotlichtmillieu in die Kolonie Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Tansania.

In seinem neuen Buch „Ackerstraßenmord“ erzählt Rainer Beuthel entlang der Ermittlungen im Fall von Marwitz und zwischen Berliner Politikdünkel und den Gräueltaten deutscher Truppen während des Maji-Maji-Aufstandes ein Stück deutsche Kolonialgschichte. Im Jahr 2005 nahm Beuthel an einer Konferenz zum 100-jährigen Gedenken an den Maji-Maji-Aufstand 1905-1907 teil. Interessiert an der deutschen Kolonialherrschaft in Ostafrika, begann er die Arbeit an seinem Roman und las noch im selben Jahr erste Ausschnitte daraus vor größerem Publikum vor. „Interesse für die Thematik war da“, erinnert er sich. Als Beuthel 2008 Ratsherr der Linken wurde, zwang ihn eine Schreibkrise, das Buch-Projekt zu unterbrechen. 2012 führte er die Arbeit fort auf und schrieb den Roman schließlich in drei Monaten zu Ende.

„Die Kolonialzeit wirkt bis heute nach“, sagt Beuthel. Viele Probleme Afrikas sind erst durch die Kolonisierung entstanden. „Die Haltung gegenüber Afrikanern ist noch heute zum Teil durch einen eurozentristischen Blick beeinflusst“. Daher sei es wichtig diesen Teil der deutschen Geschichte zu thematisieren. „Gerade auch vor dem Hintergrund, dass Eckernförde eine Partnerstadt in Tansania hat“, so Beuthel.

Nach Tansania reiste Beuthel für seine Recherchen derweil nicht. „Es ist ein Irrglaube, dass man die Schauplätze besuchen muss“, erklärt der 64-jährige. Stattdessen studierte Beuthel, Bibliothekar der Stadtbücherei, eine Vielzahl historischer Quellen, um „eine Vorstellung von dem Rahmen, in dem sich die Figuren bewegten“ zu bekommen. Mit viel Akribie stellte er Nachforschungen an, studierte nicht nur einen historischen Stadtplan Berlins für die ortskundigen Schilderungen, sondern prüfte auch Wetterdaten jener Zeit. >

„Ackerstraßenmord“ ist für 8,90 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-7375-0439-3) erhältlich. Weitere Information zum Buch sowie über die Geschichte Deutsch-Ostafrikas finden Sie auf www.rainer-beuthel.de

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erstellt am 17.Sep.2014 | 05:24 Uhr

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