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Buddhistisches Zentrum : Die Karma-Lehre im Herzen der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Buddhistische Zentrum ist Dreh- und Angelpunkt des buddhistischen Lebens in Eckernförde und zählt inzwischen rund 30 Mitglieder.

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Eckernförde | Ein heller großer Raum, schlicht eingerichtet, im Eingangsbereich eine Sitzgelegenheit, ein Altar mit Bildern von Lama Ole Nydahl und Karmapa Trinley Thaye Dorje an der Wand – seit zwei Jahren ist eine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Kieler Straße 42 das Zuhause des Buddhistischen Zentrums Eckernförde. Schräg gegenüber in einer 4er-WG hat 1996 alles seinen Anfang genommen. „Über Bekannte habe ich den Weg zum Buddhismus gefunden“, sagt Carmen Hackradt, Mitinitiatoren des Eckernförder Zentrums. Eine Begegnung mit Lama Ole Nydal habe sie darin bestätigt, diesen Weg auch weiterzugehen. Mit sechs gestartet, kommen inzwischen etwa 30 Mitglieder regelmäßig zum Meditieren. Anfangs einmal, inzwischen zweimal in der Woche wird hier die 16. Karmapa Meditation angeboten.

Das Zentrum gehört zu einem internationalen Netzwerk von über 600 Zentren des Diamantweg-Buddhismus der Karma-Kagyü-Linie. Rund 150 buddhistische Zentren gibt es im deutschsprachigen Raum, die von den Mitgliedern ehrenamtlich betrieben werden. In Deutschland sind sie in Vereinen organisiert. Das Zentrum in Eckernförde wird etwa durch die Mitgliedschaft im Verein der Buddhistischen Zentren der Karma-Kagyü-Linie in Norddeutschland getragen.

Im Buddhismus können zwei Wege gegangen werden: der kleine und der große Weg – der Diamantweg. „Solange man das Wesen des Geistes nicht erkennt, bleibt jede Erfahrung durch die innere Einstellung gefärbt und in Ort und Zeit begrenzt“, hat Lama Ole Nydahl einmal gesagt. Der Däne gilt als einer der bekanntesten westlichen Lehrer des Diamantweg-Buddhismus und Gründer von etwa 600 Buddhistischen Zentren weltweit. Die Natur des Geistes und das Erleben hinter einem Erlebnis sind es, was im Fokus dieser buddhistischen Schule stehen. „Glück liegt nicht außerhalb von uns, wir haben alles in uns und können das Glück im eigenen Geist finden“, sagt Marcus Mitzka, der seit den Anfängen des Zentrums Mitglied ist. Verhaltensmuster würden diese Fähigkeit jedoch untergraben.

Seit dem 12. Jahrhundert sind die Karmapas das Oberhaupt der Karma-Kagyü-Linie. Der 17. Karmapa Trinley Thaye Dorje wurde 1983 geboren und setzt den Fortbestand dieser buddhistischen Schule fort. „Karma“ bedeutet Ursache und Wirkung. Nach der Karma-Kagyü-Linie ist jeder für sein eigenes Leben verantwortlich und prägt es durch seine Gedanken, Worte und Handlungen. „Buddhismus ist keine Theorie, über die man in einem Buch liest, auch ist der Buddhismus keine Glaubensreligion“, sagt Mitzka. Im Buddhismus gehe es vielmehr um überprüfbare Antworten und Erfahrungen als um Glauben. Buddhismus basiert auf drei Säulen: Theorie, Übung und Anwendung. Die Meditation ist dabei das Bindeglied zwischen Theorie und Praxis. Sie ist jener Ort, wo erprobt werden kann, die Lehren Buddhas in der Praxis anzuwenden. „Wie das Fitnesscenter für den Sportler“, erklärt Mitzka. Das Ziel der Übung sei die Befreiung, Erleuchtung und komplette Verwirklichung der Qualitäten, die jeder in sich trägt.

Neben der gemeinsamen Meditation werden im Zentrum auch Seminare und Kurse mit buddhistischen Lehrern (Lamas) angeboten. Sie sind die lebendigen Beispiele. Zu ihnen zählt auch der Wiener Axel Waltl, der im April für Vorträge durch den Norden reist. „Gott gibt Gebote, der Buddhismus hingegen Ratschläge“, sagt Waltl. „Mit Karma bin ich der Architekt meiner Zukunft“, so Waltl. „Was ich tue, werde ich auch in meinem Geist sehen.“

 

 

 

 


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